62. Geldfeuer an der Wohra

 

Ein Rauschenberger Bürger besaß einen Acker in der Nähe der Schmaleicher Mühle. Als er eines Abends spät an seinem Grundstück vorübergeht, sieht er auf ihm ein Feuer brennen. Verwundert eilt er darauf los und bemerkt einen Haufen glühender Kohlen, auf die eine Menge Zwetschensteine zum Verbrennen geschüttet sind. Er glaubt, es habe ihm jemand einen Schabernack mit den Zwetschensteinen antun wollen. In der Nähe findet er ein kleines Brett, schiebt die Steine darauf und trägt sie in die nahe Wohra. Dann wirft er die glühenden Kohlen auseinander und eilt nach Hause.

Am anderen Morgen will er den Rock anziehen, den er tags zuvor getragen. Da klirrt es in der Tasche. Beim Hineinfassen zieht er eine ganze Anzahl Goldstücke heraus. Nun begreift er erst, dass ihm gestern das Glück hold war, und dass er mutwillig das Geldfeuer auf seinem Acker vernichtet habe. Beim Fortschaffen der Zwetschensteine waren am Tag zuvor einige in seine Tasche gefallen und hatten sich über Nacht in Goldstücke verwandelt. Spornstreichs eilt er jetzt zum Acker zurück, um noch mehr Schätze zu retten. Dort findet er als Rest des Geldfeuers nichts weiter als ein Häufchen Asche.