24. Zweikämpfe im Irrbach

24. Zweikämpfe im Irrbach

An der östlichen Seite des „Alter Rauschenberg" genannten Waldrückens befindet sich eine Quelle, aus der ein Bächlein kommt. Da sich dasselbe, nachdem es durch einen Teich geflossen ist, ostwärts in den Wiesen verliert, in trockenen Sommern aber geradezu, ohne sich fortzusetzen, in die Erde versickert, so heißt es „der Irrbach''.

Nordöstlich neben dem Teich und den Wiesen befindet sich, bis fast an die Rauschenberg-Schwabendorfer Straße gehend, eine Fläche, die früher als Vieweide genutzt wurde. Diese Fläche ist es, von der die nun folgende Sage erzählt.

Ein Mann, der die Straße von Rauschenberg nach Schwabendorf ging, erblickte im Irrbach zwei Gestalten, die ihm wie Oberhäupter eines Kriegsheeres vorkamen. Jedoch waren sie im Gesicht so entstellt und totenhaft anzusehen, daß der Wanderer glaubte, sie müßten schon sehr lange im Grab gelegen haben. Er vermutete, daß es alte Könige seien, die ehedem in dieser Gegend geherrscht hätten und wohl auf dem „alten Rauschenberg" ihren Sitz hatten. Sie gingen vor den Augen des Wanderers rasch und mit lebhaften Handbewegungen auf und ab. Mit einem Male traten sechs ihrer Dienstmannen hervor, alle längst gestorben. Zwei von ihnen mußten so lange miteinander kämpfen, bis einer tot am Boden lag. Dann kam das zweite Paar daran, endlich das dritte. Es war schauerlich anzusehen, wie diese Toten sich im Zweikampf noch einmal zu töten versuchten. Die Erschlagenen blieben auf der Walstatt liegen, während die Sieger triumphierend davonzogen.

Aber ganz spät in der Nacht - so wird von später heimkehrenden Leuten berichtet - kam ein Mann, der die Gebliebenen mit Zaubersprüchen wieder aufweckte. Dann zogen sie den anderen nach. Sie werden genau um dieselbe Zeit, wenn ein oder mehrere Jahre vorüber sind, wieder im Irrbach mit ihren Genossen kämpfen.