Valentin Traudt – eine „unvollständige“ Bibliographie

Willi Wolf                                                                      

Rauschenberg im Okt. 2008

 

Valentin Traudt – eine „unvollständige“ Bibliographie

Vorbemerkungen

Leider existiert zum schriftstellerischen, pädagogischen und politischen Wirken von Valentin Traudt keine Bibliographie. Ausschlaggebend dafür dürfte sein, dass Valentin Traudt im Alter von 79 Jahren in der Kasseler Bombennacht im Oktober 1943 nicht nur seine Habe verloren hat, sondern auch alles, was von ihm später hätte Zeugnis ablegen können: seine veröffentlichten Schriften, unveröffentlichte Manuskripte, sein Briefwechsel, seine Fotos und seine Bibliothek.

Wo kann man sich sonst informieren? Da gibt es zum einen die Bestandskataloge wichtiger Bibliotheken und zum anderen Dokumente von Zeitzeugen, in denen Valentin Traudt und sein Werk gewürdigt wurden. Bei den Bibliotheken wurden neben dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek die Kataloge die Universitätsbibliotheken in Kassel und Marburg ausgewertet. Bei den Quellen von Zeitzeugen standen die folgenden zur Verfügung.

 

  • Hans Huber, Biographie in: Die Leute vom Burgwald

  • „Sein Name ist für Hessen ein Begriff.“ Artikel: Hess. Niedersächsische Allgemeine {HNA} vom 21.7.1984

  • „Valentin Traudts Leben.“ In: „Der Burgwaldbote – 1976, S. 64- 66.

  • „Lebensdaten von Valentin Traudt.“ (Manuskript von Wulf Erdmann).

  • Heidelbach, Paul: „Valentin Traudt“. In: „Heimatjahrbuch 1951“, abgedruckt in „Rund um Kassel – Heimatbuch für Kassel Land 1960“).

  • Gersch, Hermann: „Valentin Traudt. Leben und Werk.“ In: Hessische Heimat 4/52, unter der Rubrik „Umschau“, S.89 – 92.

  • „Valentin Traudt. Zum 10 Todestag.“ (Touristenverein „Die Naturfreunde“ Bezirksverband Kassel e.V.).

  • „Valentin Traudt. Zu seinem 60. Geburtstag am 23. Juli 1924.“ (Volksblatt) mit Beiträgen von W. Henck und W. Zobel.

  • „Valentin Traudt.“ (Archiv der Hessischen Nachrichten), in Zusammenhang mit seinem 60. Geburtstag.

  • „Der hessische Dichter Valentin Traudt. Zum 70. Geburtstag am 23. Juli 1934.“ Von Will Scheller. (Kasseler Post vom 23.7.1934)

  • „Valentin Traudt 82 Jahre.“ Von Paul Heidelbach. (Hessische Nachrichten vom 23.7.46)

  • „Valentin Traudt 83 Jahre alt“ (Kasseler Zeitung vom 28.7.47).

  • „Valentin Traudt 83 Jahre alt“ (Hessische Nachrichten vom 26.7.47).

  • „Valentin Traudt 85jährig.“ Paul Heidelbach. (Hessische Nachrichten vom 27.7.49)

  • „Valentin Traudt gestorben.“ (Hessische Nachrichten vom 16.3.1950)

  • „Ein reiches Leben ist erloschen.“ Paul Heidelbach. Hessische Nachrichten vom 17.3.1950.

  • „Valentin Traudt.“ Hermann Gersch. Nachruf in der Hessischen Lehrerzeitung vom 1.5.1950.

  • „Valentin Traudt. Leben, Persönlichkeit und Werk.“ Theodor Traudt. (Maschinengeschriebenes Manuskript. Ohne Jahr).

 

 

In dieser Quellengruppe werden auch Werke genannt, zu denen keine weiteren Informationen gefunden werden konnten und bei denen in der Regel auch das Erscheinungsjahr unbekannt ist.

Zufällig erfuhr ich im Oktober 2008 von der Existenz des vierbändigen Werkes „Hessische Erzählerinnen und Erzähler 1800-1900, Leben und Werke“ von Heinz-Lothar Worm. In diesem Werke ist auch Valentin Traudt besprochen. Kontakte mit dem Autor führten an einigen Stellen zur Korrektur meiner Angaben, die jeweils mit dem Zusatz „Worm“ gekennzeichnet sind. Sehr instruktiv sind auch die in Worms Darstellung enthaltenen Inhaltsangaben zu den Romanen und Geschichten. Diese Informationen sind, ergänzt durch einige Reproduktionen von Verlagsankündigungen, im Anhang zusammengestellt.

Im Folgenden werden die bei den Recherchen ermittelten Veröffentlichungen Valentins Traudts unter vier Aspekten zusammengefasst, wobei die Abfolge jeweils dem Erscheinungsjahr folgt.

Zufällig erfuhr ich im Oktober 2008 von der Existenz des vierbändigen Werkes „Hessische Erzählerinnen und Erzähler 1800-1900, Leben und Werke“ von Heinz-Lothar Worm. In diesem Werk ist auch Valentin Traudt besprochen. Kontakte mit dem Autor führten an einigen Stellen zur Korrektur meiner Angaben, die jeweils mit dem Zusatz „Worm“ gekennzeichnet sind. Sehr instruktiv sind auch die in Worms Darstellung enthaltenen Inhaltsangaben zu den Romanen und Geschichten. Diese Informationen sind, ergänzt durch einige Reproduktion von Verlagsankündigungen im Anhang zusammengestellt.

Im Folgenden werden die bei den Recherchen ermittelten Veröffentlichungen Valentin Traudts unter vier Aspekten zusammengefasst, wobei die Abfolge jeweils dem Erscheinungsjahr folgt.

 

  1. A)Romane, Erzählungen, Stücke
 
  1. B)Lyrik
 
  1. C)Pädagogik und Schule
 
  1. D)Sonstiges
 
  1. E)Nicht weiter identifizierbar
 

 

A)Romane, Erzählungen, Stücke

Bonifatius.

Volksschauspiel in 5 Aufzügen. Kassel: Hühn, 1991; 120 S.

 

Unter der Schullinde.

Erzählungen. Mit Einleitung versehen und herausgegeben von Franz   Jedrzejeweski (1893; Verlag von Siegismund & Volkening, Leipzig o. J.)   (nach Worm)

 

Nachdruck:

Schönstadt: Burgwald-Verlag, 1985; 239 S. Hessenbücher 6.                                                  

Der Nachdruck enthält: Hans Huber: Leben und Wirken von Valentin   Traudt.

 

Lehrer Korn.

Eine Mondbürgergeschichte. Wien-Jena: Thüringer Verlagsanstalt, 1906;   315 S.

 

Stille Winkel.

Erzählungen. Dresden: Kraut, 1907; 259 S.

 

Das Geheimnis des Grenadiers.

(Worm: Roman (1912; Verlag von August Scherl, Berlin o. J.)

Am Schießrotried.

Schmuggler-Roman. Berlin: Scherl, 1913; S. 162, 344 (Scherls   Taschenbücher; Bd. 111,[2]/113,[1])

Ein Liebestraum.

(aus d. Tagebuch e. Bergsteigerin). Roman. Berlin: Scherl [1913] 138   S. (Scherls Taschenbücher; Bd. 124, [2]/125,[1])

Die Steinfeldbauern.

1928

Roman. Berlin: Egon Fleischel & Co., 1914;232 S. 3.-5. Tsd.   Kassel: Weser-Main-Verlag

Die Winkelbürger.

Eine Geschichte aus d. Käfergasse. Berlin: Fleischel, 1917; 320 S.

Aber he?

Heitere Geschichten aus Hessen. Marburg: Elwert, 1920; 87 S.   (Hessische Lesestube;                                           Heft. 8)

Im Sonnenfeldhaus.

Einer Mutter Krampf u. Sieg; Roman. Cassel: Volksblatt G.m.b.H.   Umschlag;                                        Weser-Main-Verl.,   1924 340 S.

Kraft der Tiefe.

Roman. Cassel: Weser-Main-Verlag, 1925; 240 S.

Leichtes Volk.

Lustige Geschichten. Kassel: Weser-Main-Verl., 1928; 80 S mit Abb.

Der lust’ge Babbenheimer.

Roman. Kassel: Weser-Main-Verlag 1930, 184 S.

Jahre der Schmach.

Roman. Kassel-Sandershausen: Zahnwetzer, 1946; 145 S.

Starke Herzen.

Roman. Kassel-Sandershausen: Zahnwetzer, 1948; 124 S.    

                    

 

 

 

                                                            

B)Lyrik

Auf einsamem Pfad.

Gedichte. Cassel: Fr. Scheel, 1892.                                                                                                                            

(2. Auflage 1895).

 

Im Abendhauch.

Gedichte und Sprüche. Cassel (Fr Scheel) 1892

 

In Sturm und Sonnenschein.

Gedichte von Schmidt-Brädikow, Valentin Traudt und Christian Schmitt.   Marburg: Ehrhardt, 1893; 127 S.

 

Hessisches Dichterbuch.

hrsg. Von Valentin Traudt. Cassel Selbstverl. 1894 222 S.

 

Hessisches Dichterbuch.

hrsg. Von Valentin Traudt. Cassel: Selbstverl., 1895 2. Aufl. 246 S.

 

Hessisches Dichterbuch.

 

begr. Durch Valentin Traudt., hrsg. Von Wilhelm Schoof. Marburg:                                                                 Elwert, 1901 3., neubearb. Aufl.; 374 S.

 

Gedichte. Cassel.

Scheel, 1909, 63 S.

 

 

 

C)Pädagogik und Schule

Heimatkunde des   Regierungsbezirks Cassel

Bearb. Von Valentin Traudt. Gießen: Rath o.J.                                                                                          

14 S. 8(S-A aus [P.] Müller – [J. A.] Völker Realienbuch.                                                                                                                   

Ausg.   A. H. G: Geographie) [1899] und Ausg. A, H. 6, [1895]

 

Praktische Formen- und   Raumlehre für Volksschulen.:

Ergänzungsheft zu jedem Rechenwerk. Wilhelm Henck; Valentin Traudt.   Jena: Thüringer Verl. –Anst., 1905; 48 S., graph. Darst.

 

Frühliches Lernen.

Erstes Lesebuch für unsere Kleinen. Gemeinsam mit Wilhelm Henck.   Chemnitz-Gabelnz: Thüringer Verlagsanst. 1913. 2. Vollst. Umgearb. Aufl. Als   Ms. Gedr. 115 S.

 

Moderner Fibel- Unterricht.

E. Anweis. Z. Gebr. der Fibel „Fröhliches Lernen“ nebst ausführl.   Plan u. angefügter Fibel. W. Henck, V. Traudt. Chemnitz-Gablenz: Thüringer   Verlagstanst., 1913; 115 S.

 

Kulturkunde.

Kurze Übersicht über die wichtigsten Gebiete des menschlichen   Schaffens. Chemnitz- Gablenz: Thüringer Verlags-Anst., 1922; 148 S.

 

Schafft frohe Jugend!

Zur Reform des Elementarunterrichtes. Henck, Wilhelm, Traudt,   Valentin.                                    

Jena:   Thüringer Verlags-Anst., 1904; 147 S., mit vielen Illustrationen.

 

 

 

Sonstiges

Rund um Kassel, zu Fuß - zu   Rad – im Auto.

In Verb. Mit bewährten Fachleuten. Kassel: Pillardy & Augustin,   1914; 68 S. Mit 54 Pl.

 

Wandern und Singen.

Mit Bücherschm. Von Alfred Rudolph. Cassel: Weser-Main-Verlag, 1926;   84 S.

 

Zwischen Weser und Main.

1926-32 Herausgeber des im Kasseler Volksblatt Verlag erscheinenden   Kalenders.

 

 

 

Nicht weiter identifizierbar

Sterne und Sonnenschein.

(Gedichtband) 1894.

 

Seelenliebe. Roman in drei   Büchern. Marburg:

O. Erhardt, 1893; 264 S.

 

Die Bergheimer Mädel.

1903? (Worm: Berlin 1904)

 

Der letzte Grenadier.

 

 
Der Naturfreund.

Theaterstück 1921.          

 

                                                            

 

 

Anhang: Wiedergabe der Informationen zu Valentin Traudt aus „Hessische Erzählerinnen und Erzähler 1800-1900, Leben und Werke“ von Heinz-Lothar Worm.

 Traudt, Valentin

 

 

 

Vita:

Valentin Traudt wurde am 23.7.1864 in Fulda geboren. Früh elternlos geworden, wurde er von seinem Onkel in Hanau   erzogen, besuchte die Präparandenanstalt und das Seminar in Schlüchtern.   Er arbeitete als Lehrer in   Rauschenberg, seit 1902 in Rothenditmold (heute ein Stadtteil von Kassel),   seit 1910 in Kassel selbst. Todesdatum und –jahr sind nicht bekannt.

Seelenliebe.

(Roman 1893) Im deutschen Leihverkehr nicht verfügbar.                  

Unter der Schullinde.

Erzählungen. Mit Einleitung versehen und herausgegeben von Franz Jedrzejeweski (1893; Verlag von Siegismund &   Volkening, Leipzig o. J.) Der Band umfasst 166 Seiten. Die einzelnen   Erzählungen lauten:

„Roman des Schulhauses“:

Ein Ich- Erzähler, ein junger Lehrer, verliebt sich in Henriette Dreßler, die Tochter eines Lehrers, der wegen   seiner aufrechten Haltung in seinem Dorf viel Verdruss erleben musste. Henriette hat ihre Zuneigung einem jungen Förster geschenkt, der aber meint,   sie werde bei ihrer Verehelichung ein stattliches Vermögen von ihrem Vater   bekommen. Als der alte Dressler stirbt, erfährt der Förster, dass Henriette   arm ist und verlässt sie. Sie ernährt sich selbst als Stickerin und später als Wäscherin und erkrankt bald an der Schwindsucht. Jetzt erst erkennt sie   die treue Liebe des Ich-Erzählers. Vor ihrem Tod dankt sie ihm dafür.

„Frieda“:

Schauplatz der Handlung ist Berlin. Nach dem Tod ihrer Pflegemutter gerät die nun mittellose, herangewachsene   Frieda in die Hände des ruchlosen Anton, der ihr Liebe vorgaukelt, sie in   Wirklichkeit aber schamlos ausnutzt und ihr alle Trinkgelder abnimmt, angeblich, um sie für die Heirat zu sparen. Als Frieda dann einen jungen Man   findet, der sie wirklich liebt und heiraten will, fordert sie von Anton ihr Geld zurück. Anton lockt sie in einen Park und verletzt sie tödlich durch Messerstiche in die Brust.

„Das Bild“:

Ein Ich-Erzähler reist in die Residenzstadt, um eine Ausstellung von Gemälden zu sehen. Unter den Gemälden befinden sich Bilder des Bruders seines Freundes.Ein beeindruckendes Bild des jungen Malers zeigt eine badende Germanin in einer Schweizer Landschaft. Der Bräutigam des Modells kauft das Bild für einen hohen Preis, um es der Öffentlichkeit zu entziehen.

„Du meine Seele, du mein Herz“:

Der junge Lehrer Reicher soll bei einem Gutsbesitzer Hauslehrer werden, hat seine Söhne dann aber in ein   Pensionat in der Stadt gegeben, als Reicher auf dem Gut eintrifft. Er bleibt   dort einige Tage zu gast. Dabei verliebt er sich in Erna, die Tochter des Gutsbesitzers und erfährt glühende Gegenliebe. Erna soll einen benachbarten   Gutsbesitzersohn heiraten, den sie aber nicht mag. Beide verloben sich   heimlich miteinander, bevor Reicher abreist. Schließlich stimmt Ernas Vater dem Wunsch der Tochter, sich mit Reicher zu verbinden, zu. Zum Weihnachtsfest reist Reicher auf Bitten de Gutbesitzers an, um sich mit der freudig überraschten Erna öffentlich zu verloben.

„Christmärchen“:

Ein Junge geht mit seinem Vater über den Weihnachtsmarkt. Geld für Geschenke ist kaum vorhanden. Trotzdem kauft der Vater einem armen Kind etwas ab. In der Nacht klopft es an das Fenster und ein großes Gabenpaket wird dem erstaunten Jungen in die Stube geworfen. Das arme Kind auf dem Weihnachtsmarkt ist in Wirklichkeit das Christkind   gewesen, das die ihm erwiesene Güte nun belohnt.

„Der patriotische Gedenktag“:

Als der Ich- Erzähler, ein junger Lehrer, das Jawort der geliebten jungen Dame erhalten hat, ist er so erregt,   dass er keinen Unterricht mehr abhalten kann und die Kinder mit dem Bescheid   ach Hause entlässt, heute sei ein patriotischer Gedenktag. Selbst sein Vorgesetzter hat Verständnis für dieses Ereignis.

„Trümmer“:

Die Handlung spielt in einem Dorf in der Nähe Rauschenbergs. Konrad, der Schatz der schönen Kathi, will zum Geldverdienen in eine ferne Industrie gehen, dann heimkehren und Kathi heiraten. Die anfangs glühenden Liebesbriefe Konrad werden immer seltener,   dann bleiben sie ganz aus. Kathi bekommt ein behindertes Kind von ihm, Konrad jedoch ist in schlechte Gesellschaft gerate, dem Trunk erlegen und schließlich straffällig geworden. Aus dem Gefängnis kehrt er zu Kathi zurück weigert sich aber, nun ein ordentliches   Leben zu beginnen und zu arbeiten, Er verlässt sie bald. Kathi darbt für ihr Kind und stirbt nach einigen Jahren an der Auszehrung. Ihr Sohn wird in eine Anstalt gebracht.

„Dilettantenfahrt“:

Der Erzähler berichtet aus seiner Seminaristenzeit, als er mit einigen Mitstreitern zum Musikmachen in eine Stadt in der Nähe von Hanau fahren wollte, dabei wegen Überflutung umkehren musste, auf Umwegen endlich an das ziel gelangte und schließlich nachts in feucht-fröhlicher Laune von einem Nachtwächter zusammen mit den Musikanten verhaftet und ins Backhaus eingesperrt wurde, woraus die Gruppe aber entfliehen konnte.

„Der Schwager“:

Am Ufer des Rheines bei Biebrich kommt ein Mann mit einer ihm Fremden ins Gespräch. Sie erzählt ihm die Geschichte   ihrer vermeintlich glücklichen Ehe, die aber zutiefst unglücklich gewesen ist. Sie habe sich von ihrem Manne scheiden lassen, um ihrer Schwester, mit   der ihr Gatte in der Zeit ihrer Krankheit ein Verhältnis begonnen habe, den Weg zu einer glücklichen Beziehung frei zu machen.

„Weihnachten im Schulhause“:

Aus eigener Anschauung heraus schildert der Verfasser ausführlich ein Weihnachtsfest in einem dörflichen   Schulhaus, bei dem sich die älteste Tochter des Lehrers mit einem Jungen aus dem Nachbarort verlobt.

„Was ist das Leben?“:

Viele Tiere geben einem stillen Betrachter darüber Auskunft, was sie unter dem leben verstehen.

Leute vom Burgwald.

Erzählungen aus dem, oberhessischen Volksleben. Mit Buchschmuck von Otto Ubbelohde (1902; Elwert’sche   Verlagsbuchhandlung, Marburg o. J., handschriftl. Eintragung: 1902)

Christoph Schütz, der Sohn des Bürgermeisters von Schornstein (gemeint ist vermutlich Rauschenberg) möchte die bildschöne Anngert heiraten, was die Eltern aber niemals erlauben werden, weil Anngert arm ist und als Tochter des Schäfermartin, des ärgsten Feindes des Bürgermeisters, gilt. Im Dorf gibt es die reichen Bauern des Oberdorfes und die ärmeren des Unterdorfes, die zwar nach außen hin zusammenstehen und auch bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Feuerbrünsten einander helfen, sonst aber innere Zwistigkeiten haben und alten Hass aus der Zeit der   Eltern mit sich herumschleppen. Der Bürgermeister versucht, seinen Sohn mit   einem reichen Mädchen zu verheiraten, muss aber feststellen, dass das vermeintlich reiche Mädchen einem Hof entstammt, der bei einem jüdischen   Wucherer verschuldet ist. Die Prunksucht der Bürgermeisterin bringt den   Bürgermeister dahin, sich ebenfalls bei einem Juden zu verschulden. Beide können sich nur sanieren, indem sie dem Bau der neuen Eisenbahn zustimmen, wobei das Gelände für die Bahnlinie gut bezahlt wird. Anngert darf zuletzt Christoph heiraten, stellt es sich doch heraus, dass sie gar nicht die Tochter des Schäfermartin ist, sondern ein von ihm an Kind Statt angenommenes uneheliches Kind einer nach Amerika ausgewanderten jungen Frau, die der   Tochter anlässlich der Eheschließung fünftausend Dollar, umgerechnet  einundzwanzigtausend Mark, zukommen lässt.

Das Buch schildert in überaus anschaulicher Weise hessisches Volksleben in einem rückständigen Dorf. Die   Dialoge sind vollständig in der Mundart des Burgwalds geschrieben.

Lehrer Korn.

Eine Mondbürgergeschichte (Thüringer Verlagsanstalt, W.-Jena 1906)                                  

Die Erzählung führt zu den Rezipienten in ein rückständiges Ackerbürgerstädtchen namens Budstädt. Breit werden die politischen und religiösen Verhältnisse dargestellt. Der Protagonist Lehrer Korn, der zunehmend Schwierigkeiten hat, sich in das Denkschema der kleinbürgerlichen Ansichten einzufügen, gerät privat wie beruflich immer mehr   ins Abseits. Schließlich wird er aufgrund der Lüge eines pubertierenden Mädchens, das behauptet, er habe es unsittlich berührt, von allen Seiten gehetzt und schließlich in den Tod getrieben.

Stille Winkel.

Erzählungen (1907; Verlag von Rudolf Kraut, Dresden o. J.). Der 259 Seiten starke Band enthält folgende   Erzählungen:

„‘s Korlei“:

Das Korlei ist eine junge Frau, uneheliche Tochter einer soeben verwitweten Bäuerin. Als Tänzerin zieht’s Korlei mit Schaustellern durch die Dörfer. Beim Leichenmahl schleicht sie sich in das Haus der Mutter ein und stiehlt Geld, Kleidung und Nahrungsmittel, da sie demnächst einen jungen Schausteller heiraten will.

„Die alte Uhr“:

die alte Uhr des Bauernhofes beginnt immer zu rasseln, bevor ein Bewohner des Hofes stirbt. Diesmal hat sie gerasselt, bevor die junge Bäuerin und der Großknecht des Hofes, ihr Liebhaber, vom Blitz erschlagen worden sind.

 

„Der Wettermacher“:

Ein Landstreicher, der sein „Revier“ zwischen Hanau und Bad Hersfeld hat, lässt sich für das Wettermachen von den Bauern bezahlen bzw. im Wirtshaus freihalten. Er betätigt sich aber auch als Liebesbote“

 

„Kinder der Berge“:

Ein junger elsässischer Mann erfährt, warum seine Eltern so sehr gegen eine Verbindung mit einem bestimmten Mädchen sind. Er ist in Wahrheit dessen Halbbruder. Nachdem er im Zorn einen Mann   getötet hat, flieht er zusammen mit dem Mädchen. Durch einen Sturz von den Klippen des nahen Sees finden beide den Tod.

„Die Glocken läuten Ostern ein“:

Die Margaret, tüchtig, aber bettelarm, hat auf dem Herrenhof den Bauern und die Bäuerin gepflegt, die an einer Seuche erkrankt sind. Dabei ist Liebe zwischen ihr und dem jungen Hofbauern aufgekeimt. Nach der Genesung erfährt die Hofbäuerin davon und weist Margaret vom Hof mit der Begründung, dass sie zu arm sei als Gattin für ihren Sohn. Als sie dann vor Ostern einen Rückfall erleidet und wieder lebensgefährlich krank wird, sieht sie darin einen Fingerzeig des Himmels und erlaubt dem Sohn die Eheschließung mit der Margaret.

„Roter Mohn“:

Eine verwitwete junge Bäuerin wählt nun den armen Tagelöhner als Gatten, den sie schon in ihrer Jugend geliebt hat. Symbol für die Liebe ist der rote Mohn in einem Getreidefeld.

„Der Steg“:

Der Mühlenhof und der Klingerhof liegen hüben und drüben von dem Mombach. Über den Bauch führt ein Steg, der aber von den Bewohnern beider Höfe niemals benutzt werden darf. Der Steg darf   auch nicht entfernt werden. Erst als die herangewachsenen Kinder beider Höfe sich ineinander verliebt haben, versöhnen sich die Familien und benutzen den Steg bei der Hochzeit.

„Der Werwolf“:

Ein junger Mann, der dem Vater seiner Liebsten nicht recht ist, nutzt die im Dorf umgehende Furcht vor dem Werwolf, indem er nachts als Werwolf verkleidet am Weg lauert und bei dem geängstigten Vater der Liebsten, der vorüber kommt, die Zustimmung zur Hochzeit quasi erzwingt.

„Der Pfingstbaum“:

Ein inzwischen alt gewordenes Fräulein hat den jungen Lehrer, den Mann ihrer Liebe nicht heiraten dürfen, weil dieser zu arm war. Er stellt ihr bis zu seinem Tod in hohem Alter jedes Jahr ein Pfingstbaum als Zeichen seiner fortbestehenden Zuneigung auf. Nach seinem Tod stirbt das Fräulein und wird neben ihm begraben.

„Der alte Onkel“:

Hier berichtet der Verfasser über einen schrulligen alten Onkel, dessen Schmetterlingssammlung er nach dessen Tod geerbt hat.

„Der erste Schultag“:

Hier erfolgt ein Bericht über die ersten Erlebnisse des Verfassers in der Schule in Fulda.

„Erste Liebe“:

Traudt beschreibt seine erste Liebe als Konfirmand.

„Vom Fenster aus“:

Die Geschichte einer Familie wird hier beschrieben. Zuerst wohnt im Haus gegenüber der alte Briefträger, dann wohnt dort dessen Tochter mit Mann und Kindern und hat den alten Briefträger bei   sich, dann brennt das Haus ab und alle Bewohner ziehen fort.

„Daheim“:

Der wegen Träumerei und Weltfremdheit voreilig in eine psychiatrische Klinik eingewiesene junge Mann findet bei   seiner Schwester und bei seinem Schwager nach der Entlassung aus der Klinik eine neue Heimat.

„Viktor“:

Diese Geschichte ist in dem Band „Aber he?“ Heitere Geschichten aus Hessen (1920) nochmals erschienen. Zum Inhalt siehe dort!

„Aschenbrödel Else“: das Waisenkind Else wächst wie ein Aschenbrödel bei reichen Verwandten auf. Else erlebt in der Liebe eine große Enttäuschung, stellt dann im Laufe der Jahre aber fest, dass die verheirateten weiblichen Verwandten keineswegs auf den Wogen des Glücks dahin schwimmen, sondern viel mehr Sorgen und Kummer haben als sie selbst. Das söhnt sie mit ihrem Schicksal aus.
„Im Lande des Glücks“:

Heini und Martha, beides Kinder armer Maurersleute, haben von der alten Dore, die angeblich zaubern konnte, geweissagt bekommen, dass sie beide Glück im Leben haben würden. Bis zur Konfirmation leben sie wie glückliche Kinder, dann verlieren sie sich aus den   Augen und können beide in der Fremde eine gute Partie machen. Am Lebensabend  treffen sie sich auf der Bank vor dem Friedhofstor des Heimatdorfes und bekennen, dass einst einer des anderen Glück gewesen ist, sonst seien beide im Leben nicht glücklich geworden.

„Die eiserne Basis“:

Hier beschreibt der Autor als Ich-Erzähler, wie sein halbwüchsiger Sohn auf der Eisenbahn seine Winterstiefel ruiniert und dann die alten Winterstiefel des Vaters bekommt, die mit eisernen Stiften beschlagen sind. Damit jedoch poltert er in der Küche so laut herum, das die Mieter der Wohnung darunter sich beschweren. Zudem sieht man die Nagelabdrücke auf der Holztreppe. Mit der eisernen Basis   ist es also nichts mehr in der modernen Zeit.

„Der liebe Vater“:

Der alte Goth hat sich mit seiner geliebten Tochter entzweit, weil diese einen Maler geheiratet hat. Selbst sein Enkelkind will er nicht sehen. Anlässlich einer Weihnachtspredigt   erkennt er seine Lieblosigkeit. Auf dem Heimweg stürzt er und wird ohnmächtig ins Haus seiner Tochter gebracht. Hier versöhnt sich die Familie unter dem Weihnachtsbaum.

„In engem Raum“:

Am Heiligen Abend kommt der Fuhrmann Walter wegen eines tüchtigen Schneegestöbers spät nachhause. Er macht sich Sorgen um seinen kleinen Neffen, der bei ihm wohnt und auf ihn wartet. Zum Glück versorgt ihn die Marie, eine unverheiratete junge Frau aus der Nachbarschaft. Walter ist nicht wortgewandt und deshalb bringt er es nicht fertig, sie um ihre Hand zu bitten. Am heiligen Abend kommt es dann endlich zur Verlobung der beiden.

„Der Erbschlüssel“:

Der Bibliothekar Neumann hat sich in Marie, die Tochter aus dem Klosterhof bei Bromskirchen verliebt und erfährt Gegenliebe. Marie will aber von einer Verbindung nichts wissen, bis der Prozess um den Wald, der nach altem Recht auf dem Klosterhof gehört und ihm   nun von dem benachbarten Grafen streitig gemacht wird, entschieden ist. Eine alte True auf dem Speicher des Klosterhofes lässt sich nicht öffnen. Man vermutet in ihr wichtige Unterlagen. In der Silvesternacht beim Bleigießen in der Gesindestube findet Neumann den „Erbschlüssel“, der zur Truhe auf dem Speicher passt. Die Truhe enthält die Dokumente über den rechtmäßigen Besitz   des Waldes und – eine Brautkrone für Marie.

„Das Vaterlämpchen“:

Ein junger Eisenbahner rettet eines Abends ein junges Mädchen vor zwei Kerlen, die es ausrauben wollen. Zwischen beiden keimt Liebe auf und sie heiraten. Allabendlich geht die junge Frau ihrem Mann, der ein blank geputztes Lämpchen bei sich hat, entgegen. Nachdem die beiden einen Sohn bekommen haben, geht der Kleine zusammen mit der Mutter dem Vater entgegen. Eines Abends kommt der Vater nicht – er ist tödlich verunglückt. Jeden Abend schaut nun das Kind an den Himmel, weil dort das Vaterlämpchen strahlt.

Ein Liebestraum.

(Aus dem Tagebuch einer Bergsteigerin (1911;Druck und Verlag von Paul Scherl; Berlin o.J.)

Ein Ich-Erzähler gelangt in den Besitz des Tagesbuches der jungen Lehrerin Agnes Blum, die eine begeisterte   Bergsteigerin gewesen plötzlich einem Herzschlag erlegen ist. Das Tagebuch offenbart, dass zwischen ihr, der Akademikerin und ihrem jungen Bergführer, einem Tiroler Naturburschen, eine heftige Liebe aufgekeimt ist. Die Liebe hat   allerdings keine Erfüllung finden können, da der junge Bergführer klarer als   sie erkannt hat, dass eine Beziehung zwischen ihnen keine Zukunft hat. Er   trennte sich von ihr. Kurz darauf wurde er von einem Italiener erstochen, als er ein Mädchen verteidigte. Agnes stirbt an gebrochenem Herzen.

Das Geheimnis des Grenadiers.

Roman (1912; Verlag von August Scherl,   Berlin o.J.)      

In diesem historischen Roman beschreibt Traudt die Zeit, als Napoleon I. die Insel Elba, auf die er verbannt worden ist, verlässt und in Cannes am 01.03.1815 überraschend landet und nach Paris marschiert, um sie sog. Herrschaft der hundert Tage anzutreten,   die mit seiner Niederlage bei Belle-Alliance am 18.06.1815 endet. Protagonist   ist der getreue Grenadier Réal, der in der Schlacht bei Belle- Alliance auf   den Tod verwundet von seiner von der Insel Elba stammenden Braut Anita vom Schlachtfeld geholt und nach Paris geschafft wird. Nach dem Réal den Kaiser noch einmal gesehen hat, stirbt er.

                                            

Die Steinfeldbauern.

Roman (1914; Weser-Main-Verlag [J.   Kämpfer], Kassel 1928)      

Die Bewohner von Steinfelden, einem abseits auf einem unfruchtbaren Hochplateau liegenden Dorf(möglicherweise im Marburger Raum), widersetzen sich allen Neuerungen der modernen Zeit. Als ein aus Steinfelden stammender Mann sich mit einem dorthin verheirateten Bauern, dem Felshofer, zusammentut, um einen Basaltsteinbruch zu eröffnen, kämpft das ganze Dorf gegen   die beiden. Man brennt die Hütten für die Arbeiter im Steinbruch nieder und sägt die hölzernen Träger für die Seilbahn durch, mit der die geförderten   Steine zu Tal gebracht werden sollen. Schließlich wird der Felshofer angeschossen – angeblich wurde er von einem Wilderer mit einem Reh verwechselt – und erliegt bald darauf den Verletzungen. Seine Frau verliebte sich in ihren Knecht Lorenz, der sich nun allmählich kundig macht betreffs der Angelegenheiten des Steinbruches,   dem Verstorbenen voll ersetzt und nach und nach die Leitung der neu   gegründeten Firma übernimmt. Er heiratet die Felshoferin, nachdem diese den kleinen Sohn seiner Schwester zu sich auf den Hof genommen und lieb gewonnen hat. Das Paar wird immer reicher, da der Steinbruch viel Gewinn abwirft. Der sehnlichste Wunsch der Bäuerin nach eigenen Kindern erfüllt sich hingegen   nicht. Zuletzt arbeiten fast alle Steinfeldbauern im Steinbruch, der nun den Dorfbewohnern Arbeit und Brot gibt, aber der alten Zeit der Freiheit endgültig ein Ende gemacht hat.

                                            

Die Winkelbürger.

Eine Geschichte aus der Käfergasse   (Verlag Egon Fleischel, Berlin 1917)                    

Hier wird auf 320 Seiten geschildert, wie der Ausbruch des 1. Weltkrieges die Lebensgewohnheiten der Bewohner der Käfergasse in einer nord- oder mittelhessischen Stadt völlig verändert. Im Laufe der ersten Kriegsjahre erkennen die Leute, die ihre Gatten und Söhne opfern müssen, dass der Krieg ein Krieg der reichen Leute ist, die auf sie, die Armen im Volk keine Rücksicht nehmen. Sogar feindliche Bomben fallen auf die wehrlose Stadt, richten aber keinen größeren Schaden an. Die Käfergassen-Leute wissen, dass dieser Krieg ein neues deutsches Reich schaffen wird, ein Reich mit einem freien Volk, einer   freien Schule und einer freien Kirche in einem weise regierten Staate. Der Autor hat diese Zeiten selbst durchlebt und schildert sie episoden- und personenreich.

      

Aber he? Heitere Geschichten aus Hessen.

Hessische Lesestube Heft 8 (N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlungen, Marburg 1920) Das 87 Seiten starke Bändchen enthält folgende Geschichten:

„Vor dem Feste“:

Ein Ich-Erzähler, der in einem Städtchen ansässig ist, muss für die auf dem Land lebenden Verwandten diverse Weihnachtsgeschenke kaufen und ihnen zusenden. In der Eile kommt es zu spaßigen Vertauschungen.

„Was ich ihm schenkte“:

Eine Gattin – sie ist die Ich-Erzählerin – schenkt ihrem Mann zu Weihnachten eine Kamera, die mit Hilfe  von gläsernen photographische Platten zu betreiben ist. Es gibt eine Reihe von unerfreulichen Zwischenfällen, da der Gatte sich nicht auskennt und   reichlich Material durch falschen Gebrauch zerstört.

„Das Mützeneck“:

Erzählt wird die Geschichte des alten Mützenmachers Braun, den alle Kinder des Städtchens lieben. Sein Sohn ist  nach einer Brandstiftung aus der Lehre davon gelaufen und seitdem   verschollen. Später kehrt er als wohlhabender Mann aus Südafrika zurück, um sich für seine dortige Farm eine Frau zu holen.

„Der kleine Perser“:

Karl, der jüngste Textilverkäufer enthält den Spitznamen, kleiner Perser‘, weil er im Lager aufgefundene uralte bunte Tücher mittels geschickt formulierter Zeitungsanzeige als neuste Mode aus Persien ausgibt und sehr zungenfertig an den Mann bzw. an die Frau bringt.

„Mein erstes Festessen“:

Ein Ich- Erzähler berichtet, wie er als Herangewachsener einst an der Hochzeitsfeier einer vornehmen Verwandten teilnahm und – da er die verschiedenen Alkoholika und deren Wirkung nicht gewöhnt war – für Verwirrung sorgte.

„Mein kluger Chef“:

Ein Verkäufer berichtete als Ich-Erzähler, wie ein Betrüger im Verkaufsraum Antiquariats ein altes Buch auswählte, um es zu kaufen. Angeblich um den Preis herunter zu handeln, begab er sich mit dem Buch in das Kontor des Chefs. Es gelang dem Gauner, das Buch dem völlig Ahnungslosen zu verkaufen.

„Viktor“:

Ein Mann erhält von Frankfurter Verwandten die Nachrichten, dass dort das jüngste Familienmitglied namens Viktor angekommen sei. Er bietet sich als Pate an, nicht ahnend, dass Viktor ein Hund ist.

„Die richtige Nummer“:

Eine eingebildete Dame der besseren Gesellschaft schickt ihre Küchenangestellte Grete aus, um ihr ein Los mit einer bestimmten Nummernfolge zu kaufen. Dieses Los, so ihr Traum, wird der   Haupttreffer sein. Grete kauft ein Los zu einem überhöhten Preis, das eine   Nummernfolge hat, die gegenüber der „geträumten“ etwas verdreht ist. Die   erboste Dame weigert sich, das Los anzunehmen, so dass Grete es selbst   bezahlen muss. Sie muss dazu von ihrem Verlobten noch etwas Geld borgen. Auf Gretes Los entfällt nun tatsächlich der Hauptgewinn, so dass sie ihren Verlobten heiraten kann. Die Dame, die das Los verschmäht hat, ist untröstlich.

„Das Wachsmännlein“:

Der kleine Josef, der mit Wachs handelt, bringt es fertig ein verliebtes Paar zusammen zu bringen, obwohl der junge Mann sehr ängstlich ist und sich nicht traut, sich der Erwählten zu nähern.

„Der standhafte Bock“:

Ein Student will einen Bock schießen, beschleicht ihn tagelang mit großer Mühe und schießt endlich auf einen - Pflug, dessen Handgriffe er für das Bocksgehörn gehalten hat.

„Auf der Auerhahnbalz“:

Ein reicher Fremdling, so erzählt ein Ich-Erzähler – will einen Auerhahn schießen, obwohl keiner mehr vorhanden ist. Er wird getäuscht, indem jemand den Auerhahnruf nachahmt und schie0t   dann einen Haushahn. Später vertauscht der Erzähler heimlich den Haushahn mit einem Tags zu vor erlegten Auerhahn.

„Die Jägerin“:

Eine junge Frau will ihren Mann davon abhalten, eine Jagd zu pachten und schießt dann einen Rehbock, wobei sie ihm   unabsichtlich mit dem Gewehrkolben ins Gesicht schlägt. Der Mann pachtet die Jagd nicht.

„Das Schraubenmodell“:

Eine wenig talentierte Kunststudentin will erst heiraten, wenn sie etwas Originelles geschaffen hat. Ein Ich-Erzähler, ebenfalls Kunststudent, sorgt durch die heimliche Drehung des abzuzeichnenden Modells dafür, dass die Kunststudentin einen schraubenähnlich verdrehten männlichen Akt zeichnet, der sicherlich sehr originell ist, aber auch zu ihrer Entlassung führt. Nun kann sie heiraten.

„Mein gutes Herz“:

hier berichtet ein Ich-Erzähler, wie  er als harmlos Provinzler von einer bildhübschen Erzgaunerin in Berlin um eintausend Mark geprellt wurde.

Im Sonnfeldhaus.

Einer Mutter Kampf und Sieg (1924;   Druck und Verlag Volksblatt G.m.b.H., Cassel o.J., handschriftliche   Eintragung: 1924)

Die Welt abgeschieden aufgewachsene, sensible und künstlerisch veranlagte Käthe verfügt über eine wunderbare Stimme. Sie kann ihre Mutter überreden, ihr die Ausbildung als Sängerin zu gestatten. Käthe lernt nach einigen Jahren den verwitweten Kaufmann Schirmer kennen, der einen Sohn mit einer geistigen Behinderung aus der ersten Ehe hat. Schirmer und Käthe verlieben sich in einander und heiraten schließlich.   Schirmer baut für Käthe ein Haus auf dem Sonnfeld, das er das, Sonnfeldhaus‘ nennt. Käthe schenkt einem Sohn das Leben und lebt beständig in der Angst, der Junge könnte ebenfalls mit einer geistigen Behinderung behaftet sein. Sie versagt sich ihrem Mann und versucht, die Ehe im Kopf‘ zu leben. Nach einiger Zeit bekommt sie einen zweiten Sohn, der nach wenigen Tagen stirbt. Sie widmet sich nun ganz der Erziehung ihres Sohnes und ist stolz, als er zur Schule und später ins Gymnasium kommt. Leider verliert sie auch dieses Kind an einer Infektionskrankheit. Sie fällt in eine tiefe Depression, aus der sie sich nur langsam erholt. Vollends gesund wird sie bei einer Bäuerin auf dem Land. Dort erkennt sie den Gang der Natur und das Werden und Vergehen des   Lebens. Sie wendet sich erneut ihrem Gatten zu und weiß, dass sie beide – zweiunddreißig und einundvierzig Jahre alt – noch Kinder haben können.

Kraft der Tiefe.

Roman (Weser-Main-Verlag, Cassel 1925)          

Der Roman wird eingeleitet: „Der amerikanische Erdbebenforscher Nobels hat 1912 den Zusammenbruch des europäischen Festlandes für die kommenden 60 Jahre in Aussicht gestellt. Nach deiner Lehre ist Europa unterirdischen Höhlen überlagert, die bald einstürzen.   Unsere Erzählung spielt zu Beginn dieser Katastrophe.“ Beim Einsturz  Südeuropas finden Johannes und die Amerikanerin Alice zusammen, nachdem sie  die Kraft der Tiefe, die vulkanischen Abgründe, geschaut haben. Gemeinsam   wollen sie an ihrer Zukunft bauen, die zugleich ein Stück Zukunft der   Menschheit ist. Eingeschlossen sind lange Diskussionen über die Stärken und die Schwächen Deutschlands, über die Demokratie, die Monarchie und den Kommunismus.

                                          

                                              

Leichtes Volk.

Lustige Geschichten (Weser-Main Verlag   j. Kämpfer, Kassel 1928        

Der 80 Seiten umfassende band enthält folgende kurze Geschichte: Sie konnte zusammen nicht kommen; Der Philosoph; Der iserne Gul; Aus alten Tagen; Unser lustiger Schuster; Christine; Gute Freunde; Der Meisterjakob; Eine saftige Predigt; Natürliche Schulmeister; Doktor Karl; Ein Sommertheaterabend; das sagen alle; Ein schlauer Wicht; Die Künstlerin; Schnaps-Dörtche; Das Öchslein; Der Einbruch; Mein Lands.

                                            

Jahre der Schmach.

Roman (Verlag M. Zahnwetzer, Kassel   Sandershausen 1946)  

Emil Bildner, ein unauffälliger, aber kritisch denkender Mensch, wird eines Nachts von der Gestapo abgeholt. Seine Frau, die eine begeisterte Anhängerin der nationalsozialistischen Idee ist und kritiklos geglaubt hat, was man den Parteigenossen erzählte, sagt sich   innerlich von der Partei los, nachdem man ihr lapidar mitgeteilt hat, dass ihr Mann im Gefängnis verstorben ist. Der Ortsgruppenleiter Schmitt, bisher in Hülle und Fülle du sexuell zügellos lebend, begeht Selbstmord, nachdem man entdeckt hat, dass er die Vermögensbestände verschiedener gleichgeschalteter Vereine unterschlagen hat.

                                                                    

Starke Herzen.

Roman (Verlag Zahnwetzer, Kassel-   Sandershausen 1948)

Der junge Lehrer Anton Werner wird nach Geishagen, einem abgelegenen Dorf in Hessen, strafversetzt, da er   gegenüber den Nationalsozialisten seine Meinung zu offen geäußert hat. In Geishagen haben die Nazis niemals einen Fuß fassen können, trotz der Bemühung   der Frau Pfarrer, die die Ideale der nationalsozialistischen Bewegung ständig propagierte. Nach Geishagen ziehen sich mehrere de Machthabern missliebige Personen zurück, werden nach und nach aber alle entdeckt du deportiert. Lehrer Werner fällt bei der Schulrevision unangenehm auf, da er den Kinder zu   viel religiöses, nicht aber nationalsozialistisches Gedankengut vermittelt. Er ist verlobt und mit der hübschen Maria, die in über alles liebt. Er wird Soldat und verliert einen Unterarm. Bei der Entlassung aus dem Lazarett verhaftet man in und deportiert ihn. Maria, die ihn von Lazarett abholen und ihn nicht im Stich lassen will, begleitet ihn bei der Deportation.