Grußwort des Bürgermeisters

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Neues aus dem Rathaus

Bracht VierteGrenzwanderung 25

Direkt an unsere Stadtteile Bracht und Albshausen grenzt der Burgwald mit wunderschönen, abwechslungsreichen Wanderwegen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: TOURISMUS

Veranstaltungskalender

Adventsmarkt Schwabendorf
Datum 14.12.2019 17:00

Verein: Alle

Ort: Hugenottenplatz

Spieleabend
Datum 23.12.2019 20:00

Verein: Fv Bracht

Ort: Sportheim

musikalischer Umzug am Heilignachmittag
Datum 24.12.2019

Verein: Blechmusik Josbach

Ort: Josbach

Altbierabend
Datum 27.12.2019

Verein: Kyffhäuserkameradschaft Josbach

Ort: Bürgerhaus Josbach

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Nahwärme mal anders!

Nahwärme mal anders!

Web HistorischeWasserrhrenDer aufmerksame Vorarbeiter „Werner“ war es, der den Rauschenberger Bürgern einen „Schatz“, der 234 Jahre lang in der Erde mitten in der Stadt verborgen war, wieder ans Tageslicht verhalf.
Bei den Baggeraushubarbeiten in der unteren Marktstraße berührten die Zähne des Löffels plötzlich etwas seltsam Hölzernes, das sich in ca. 80 cm Tiefe längs des Straßenverlaufes erstreckte. Vorsichtig dirigierte „Werner“ den Baggerführer, bis sich ein ca. 190 cm langer Holzstamm zeigte, der einen mittleren Durchmesser von 27 cm auswies. An den Enden lief er konisch zu, an einem davon war er von einem eisernen Ring umfasst, den handgeschmiedete Nägel hielten.
Das Erstaunlichste aber war, dass der mit der Axt behauene Holzstamm der Länge nach mit einem durchgehenden Loch durchbohrt war und in einem weiteren Stamm durch sein konisches Ende steckte. Beide wurden geborgen und ergänzten sich in gleicher handwerklicher Arbeit durch zwei weitere Rohrfunde.
Arno Hebeler, als Nahwärmebeauftragter, der die Erdarbeiten täglich begleitet, verständigte die „Heimatforscher“ Ludwig Pigulla und Werner Hampel, die sich der geschichteerzählenden Objekte annahmen.

Im Jahr 2010 hatten sich Bürger der Stadt ja schon mit dem Thema: ,Eine Stadt und ihre Wasser‘ befasst und die Ergebnisse ihrer Nachforschungen in einer ,Rauschenberger Stadtschrift‘ veröffentlicht. Genau hier war auf Seite 2 nachzulesen: „1784 begann man mit dem Bau einer erweiterten Wasserleitung für die heutige Kernstadt. Im natürlichen Lauf sollen die Stadtteichquellen in hölzernen Röhren bis vor das „Neue Thor“ und weiter zum gemauerten ,Jakobs-Kump‘ geleitet worden sein. Für die hölzernen Röhren benutzte man ausgehölte Baumstämme, die durch Eisenringe zusammengehalten wurden. Von diesen Röhren dürften bis heute noch etliche Röhren in der Erde liegen…. (ff.)“.
Da waren sie also wieder ans Tageslicht gekommen, in einem Bestzustand, weil sie luftdicht vom Lehmboden ummantelt waren.
Und so sollen sie auch bleiben! Also war Eile geboten, da die starke Sonnenbestrahlung unbarmherzig mit der Austrocknung begann und damit der Verfall vorprogrammiert war.
Während Werner Hampel mit der Vermessung, Skizze der Fund und des  Fundortes begann, setzte sich Ludwig Pigulla mit dem ,Landesamt für Denkmalpflege in Hessen‘, Hr. Dr. Tiedmann in Verbindung, um zum Einen den Fund zu vermelden und andererseits Hinweise auf die Konservierung zu erhalten. Wichtigste Aussage der Behörde für die Rauschenberger aber war, dass wir die Fundobjekte in unserer Stadt behalten dürfen. Und wir sahen eine „hölzerne Wasserröhre“ schon vollständig und wetterfest konserviert, beispielgebend auf der Mauer des Philipps-Kump ausgestellt, wo sie zukünftig einen interessanten Impuls bei Stadtführungen geben würden.

Die handwerkliche Kunst unserer Vorfahren erlebt man direkt, wenn man sich intensiv mit einem solchen hölzernen Wasserrohr beschäftigt. Der heutige Rauschenberger Wassermeister Hr. Hartmann löste das Rätsel, wie man wohl durch einen Baumstamm dieser Länge ein im Querschnitt so großes Loch bohren konnte. Er berichtete von einem Parallelfund in Wetter, von dem erklärt wurde, dass diese Öffnung durch ein Ausbrennen mittels eines glühenden Eisens bewerkstelligt wurde. Durch diesen langwierigen Arbeitsprozess wurde gleichzeitig eine isolierende, keimfreie Schicht in der Röhre erarbeitet.
Bei der Holzart handelt es sich um Lärchenholz – nicht um Eiche, wie in o.g. Quelle ausgeführt –, das durch seine Langfaserigkeit, Harzhaltigkeit und weicheren Kern gute Voraussetzungen mitbrachte.
Die handbehauenen Stämme wurden von außen mit Teer/Pech versiegelt und steigerten so ihre Langlebigkeit. Da sie in feuchten Lehmboden eingelegt wurden, überdauerten sie nunmehr unbeschadet die Jahrhunderte und bezeugen die Fortschrittlichkeit unserer Stadt, die ja immer mit dem ,Abbrandtrauma‘ lebte, deshalb die Wasserreserven (Kump) anlegte.
So manche Überlegung und Ortsbesichtigung wurde nun angestellt, um einen geeigneten ,Zwischenlagerplatz‘ zu finden, der die notwendigen Voraussetzungen mitbrachte, den „Schatz“ bis zur Klärung der sach- und fachgerechten Konservierung zu deponieren. Er wurde zur Zufriedenheit aller Beteiligten gefunden und durch logistische Unterstützung ehrenamtlich von Rudi Herrmann durchgeführt.

Es bleibt zu hoffen, dass es genügend Unterstützer geben wird, die mit Rat, Tat und Geld dabei sein wollen, einer der historischen Holzwasserversorgungsrohre so zu konservieren, dass wir sie öffentlich präsentieren können.

Text und Foto: Ludwig Pigulla u. Werner Hampel