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Neues aus dem Rathaus

Bracht VierteGrenzwanderung 25

Direkt an unsere Stadtteile Bracht und Albshausen grenzt der Burgwald mit wunderschönen, abwechslungsreichen Wanderwegen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: TOURISMUS

Veranstaltungskalender

Adventsmarkt Schwabendorf
Datum 14.12.2019 17:00

Verein: Alle

Ort: Hugenottenplatz

Spieleabend
Datum 23.12.2019 20:00

Verein: Fv Bracht

Ort: Sportheim

musikalischer Umzug am Heilignachmittag
Datum 24.12.2019

Verein: Blechmusik Josbach

Ort: Josbach

Altbierabend
Datum 27.12.2019

Verein: Kyffhäuserkameradschaft Josbach

Ort: Bürgerhaus Josbach

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Schulstunden-Aufführung lässt Senioren in Erinnerungen schwelgen

Schulstunden-Aufführung lässt Senioren in Erinnerungen schwelgen

Web 777Jahrfeier Bracht Schulstunde 01„Sind denn deine Finger auch sauber, Wilhelmine?“, „Leonardo, setz dich gerade hin!“, „Günter, dein Hemd ist dreckig!“ Mit strengem Blick kontrollierte die Klassenlehrerin Fräulein Lehmann Finger und Kleidung der Klasse, bevor sie sich hinter ihr Pult stellte und fragte, wer seine Hausaufgaben nicht gemacht habe. Drei Kinder meldeten sich, was die Lehrerin kopfschüttelnd zur Kenntnis nahm.

Im Rahmen der 777-Jahrfeier in Bracht spielten 13 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren während des Seniorennachmittags eine Schulstunde nach, wie sie vor über 70 Jahren stattgefunden haben könnte. Die Mehrzweckhalle in Bracht war an diesem Freitagnachmittag sehr gut besucht. Gespannt schauten die Seniorinnen und Senioren zur Bühne, auf der die Grundschulkinder aus Rauschenberg und weiteren Stadtteilen unter der Leitung von Anne Schmidt ihr Schulstück aufführten. Im Vorfeld führten Schmidt und Katharina Göbeler, die als Schulrätin mitwirkte, zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen, um Erinnerungen an die damalige Schulzeit zu sammeln. Auch Göbeler hat noch einige davon – fast ausschließlich gute Erinnerung, wie sie lächelnd sagte. „An die schlechten Dinge kann man sich irgendwann nicht mehr erinnern“, gestand die Albshäuserin. So blieb ihr eine Geschichte ganz besonders gut im Gedächtnis: „Wir hatten damals zuhause nur eine Uhr, die die richtige Uhrzeit anzeigte. Als sie kaputt ging, hatte meine Mutter alle Mühe, mich jeden Morgen rechtzeitig zur Schule zu schicken, da sie die Zeit nur noch schätzen konnte. Aus diesem Grund kam es durchaus vor, dass ich hin und wieder mal zu spät zum Unterricht kam. Mein damaliger Lehrer stammte aus Magdeburg und hatte für solche „ländlichen“ Probleme keinerlei Verständnis. Er fragte meine Mutter, ob wir zuhause denn kein Radio hätten? Das war ihr so unangenehm, dass es nicht lange dauerte bis sie eins kaufte. Von da an war ich dann auch wieder pünktlich in der Schule“, erzählte Göbeler lachend.

Web 777Jahrfeier Bracht Schulstunde 02Auf der Bühne begann mittlerweile der Matheunterricht. „Kinder, wenn ihr neun Schweine und sieben Kühe habt, wie viele Tiere habt ihr dann insgesamt?“ Maria meldete sich und wusste die richtige Antwort. Weiter ging es mit der 5er Reihe, die ein anderes Kind aufsagte. Auf den Matheunterricht folgte dann eine Deutschstunde, in der die Kinder das Gedicht „Die drei Spatzen“ lasen, bevor es an der Klassentür klopfte. Alle Augen richteten sich auf die neue Schulrätin, die sich der Klasse und Lehrerin vorstellte und einige Fragen hatte. Wie es denn mit der regelmäßigen Teilnahme am Unterricht aussah? Und ob die Kinder in der Schule Hochdeutsch lernen würden? Fräulein Lehmann bestätigte, dass die Kinder regelmäßig zum Schulunterricht kämen. Nur im Herbst, wenn die Kartoffelernte anstünde, dann würde doch der eine oder andere einmal fehlen, weil sie auf dem Feld mithelfen müssten. Und auch mit den Hausaufgaben sei es in der dunkleren Jahreszeit eher schwierig, hätten doch viele abends nicht genug Licht zuhause. Und selbstverständlich würden sie in der Schule ab der 1. Klasse Hochdeutsch reden, damit das Lesen und Schreiben lernen keine Probleme bereiten würde. Denn in der Familie sprächen die Kinder ausschließlich Platt.
Am Ende des Unterrichts wurde gemeinsam ein Gebet gesprochen, bevor die Schulkinder zur Pause den Klassenraum verlassen durften. Unter großem Applaus verabschiedeten sich die kleinen Hauptdarsteller auf der Bühne, während der eine oder andere Senior anschließend bei Kaffee und Kuchen noch in Erinnerungen an die eigene Schulzeit schwelgte.

Text und Fotos: Miriam Prüßner / Stadt Rauschenberg