Französische Weihnachtskrippe im Dorfmuseum Schwabendorf

Krippe AusschnittWie schon in den Vorjahren präsentiert das Daniel-Martin-Haus in Schwabendorf ab dem kommenden Sonntag (1. Advent) erneut im Schaufenster des Museums die große französische Weihnachtskrippe. Neben der Heiligen Familie bilden über 50 Krippenfiguren und viele Tiere aus der Provence das Krippenbild.
Die provençalische Krippe ist eine Darstellung des ganzen Dorfes. Die Heilige Familie ist biblisch gekleidet, jedoch die gabenbringenden Dorfbewohner wie die Vertreter des Handwerkes, also der Bäcker, der Müller, der Schäfer, der Seidenweber, die Marktfrau und die Fischer oder Jäger, auch der Bürgermeister und die Dorfmusikanten, gehören in der jeweils ortstypischen Tracht zur Krippe dazu - Figuren, die man überall unter dem Begriff „santons“ kennt.
Während der Französischen Revolution wurden die Weihnachtskrippen in den Kirchen als religiöse Veranstaltung verboten, in den Familien verzichtete man aber kaum auf die Krippen. Erst unter Napoleon Bonaparte wurde dieses Verbot aufgehoben und die Weihnachtskrippen erlangten eine neue Blütezeit. So entstand in der Hafenstadt Marseille 1803 auch der erste große „Santonsmarkt“.
Die Santons wurden anfangs vorwiegend aus Holz mit Kopf und Händen aus Ton angefertigt, üblich war eine Größe aus 5-8 cm. Heute gibt es Santons in allen Größen, angekleidet oder bemalt in den Trachten der Provence, zumeist allein aus Ton gefertigt. Große provençalische Weihnachtskrippen findet man in den Kirchen von Marseille, Avignon und Aix-en-Provence.
Das Schaufenster im Dorfmuseum mit dem Weihnachtsbild und der Krippe wird ab dem 1. Advent festlich beleuchtet und dann bis zum 6. Januar täglich ab 16.00 und bis 21.30 Uhr für die großen und kleinen Besucher zu bewundern sein.

Gerhard Badouin, Sigrid Reekers