06. Einige kurze Nachtr├Ąge zum Schluss

 

1. Eine kleine geschichtliche Rarität In Prüsers Chronik (S. 154) fanden wir einen Hinweis auf den Landgraf-Carl-Kanal. Doch was hat der mit Rauschenberg zu tun? Weitere Informationen lieferte Wikipedia: Von 1670 bis 1730 – also nicht lange nach dem Ende des 30jährigen Krieges – regierte in Hessen-Kassel der Landgraf Karl, der sich schon früh für die Aufnahme von Waldensern und Hugenotten einsetzte, die aus Frankreich flüchten mussten. So gründete er schon 1699 den Ort Sieburg, das heutige Bad Karlshafen. Der Ort entwickelte sich zu einem regen Handelszentrum. Aber leider war die Residenz in Kassel auf dem Wasserwege nur über das zu Braunschweig gehörende Münden zu erreichen, wo hohe Zollabgaben anfielen. Das war wohl ein wichtiger Anlass, auf eigenem Landesgebiet einen Wasserweg zu planen. Karlshafen sollte so nicht nur mit Kassel verbunden werden, sondern darüber hinaus über Diemel, Fulda, Schwalm, Wohra(!), Ohm und Lahn (s. obenstehende Karte) Anschluss an den Rhein finden. Aber das ehrgeizige Projekt wurde nicht verwirklicht. Beim Tode des Landgrafen waren erst 19,6 Kanalkilometer gebaut, die auch heute noch touristische Anziehungspunkte sind. Wären diese Pläne verwirklicht worden, dann wäre Rauschenberg auf dem Schiffsweg mit der Nordsee und dem Rhein verbunden gewesen; Rauschenbergs Geschichte hätte sich wohl ganz anders entwickelt. (Landgraf Carl war übrigens derjenige, der in Kassel den Herkules errichten und das Schloss Orangerie erbauen ließ). 2. Mess-Station im Wohratal Im Wohratal gibt es eine MessStation, in der „Quellschüttungsmessungen“ vorgenommen werden. Jahrzehntelang war August Arnold mit dieser Aufgabe betraut. 2005 wurde er für seine gewissenhafte Arbeit vom Regierungspräsidenten ausgezeichnet. Heute hat die nachfolgende Generation diese Arbeit übernommen. In der Mess-Station, die sich hinter einer Halle von Herrn Arnold auf der Wambach im Wohratal befindet, wird einmal wöchentlich gemessen, wie viel Wasser pro Sekunde aus dem gesamten Quellgebiet fließt. Diese Mess-Ergebnisse werden dann einmal im Monat an das Regierungspräsidium Gießen gemeldet, das sich dadurch einen Überblick verschafft, wie viel die Quellen fördern. Auch in anderen Quellgebieten in Hessen sind diese Messungen üblich.

 

Planung Kanal

 

3. Etwas über die Wambach-Quellen Die eigentliche Wambach-Quelle liegt hinter dem Haus Ziegler im Ortsteil Wambach gegenüber dem eingezäunten Brunnen. Im Gebiet um den Brunnen sprudelt nicht nur die Wambach-Quelle, sondern es gibt noch etliche weitere. Vom Brunnen, der eine Tiefe von 21 m erreicht, wird der Ortsteil Ernsthausen mit Wasser versorgt.