57. Vom Kesselsgrund

 

(Entstehung des Namens)

In den Abhang des Soosenberges eingebettet liegt ein Tälchen, das wie ein Kessel geformt ist und mit dem östlich davon streichenden Wohratale in Verbindung steht. Die absonderliche Form hat dem Tälchen den Namen Kesselsgrund beschert. Die Sage weiß über die Entstehung des Namens folgendes zu berichten: Einst pflügte ein Rauschenberger Ackersmann im Kesselsgrunde. Plötzlich bleibt die Pflugschar an einem festen Gegenstand im Acker hängen, und die Pferde ziehen nicht mehr weiter. Der Bürger, der sehr hitziger und jähzorniger Natur war, flucht lästerlich und schlägt unbarmherzig auf seine Pferde ein. Doch diese ziehen keinen Strick an. Da erst gewahrt der Bürger einen eisernen, mit einem Henkel versehenen Kessel, der bis zum Rande mit gleißenden Goldstücken gefüllt ist. Die Pflugschar war an dem Kessel hängen geblieben und hatte ihn hochgehoben. Schnell bückt sich der Ackersmann, um begierig den Kessel mit dem großen Geldschatz aus dem Boden vollends herauszuheben. Aber in demselben Augenblick versinkt der Kessel mit seinem Inhalt in die Tiefe und ward nie wieder gesehen.