48. Der Stein an der Himmelsberger Straße

 

Ehe die Himmelsberger Straße gebaut wurde, sah man rechter Hand in der Richtung nach Himmelsberg am Straßenrain einen Sandstein mit drei runden Vertiefungen. Bei dem Bau der neuen Straße nach Himmelsberg wurde der Stein leider herausgerissen, zerschlagen und zum Bau verwendet. Von diesem Stein erzählt man folgende Sagen:

Einst hütete ein Rauschenberger Schäfer auf den Äckern an der alten Straße seine Schafe. Es war ein ausnehmend heißer und schwüler Tag. Gegen Mittag lagerten sich die Schafe im Schatten einiger Bäume am Straßenrand. Der Schäfer ward auch schläfrig und legte sich an den Rain mit dem Kopf an den Stein. Seine beiden Söhne legten sich neben ihn. Bald umfing sie ein so fester Schlaf, dass sie gar nicht merkten, wie ein schweres Gewitter heraufzog, und der Donner immer gewaltiger rollte. Plötzlich zuckte ein Blitz herab und tötete Vater und Söhne zugleich. Ihre Köpfe aber drückten sich in dem Stein ab. Die Abdrücke waren bis zur Entfernung des Steines zu sehen.

 

Eine zweite Sage erzählt folgendes über den Tod des Schäfers und seiner Söhne:

Als der Schäfer mit seinen beiden Söhnen am Rain eingeschlafen waren, kam aus dem Walde am „Roten Küppel" ein Räuber geschritten. Ihm hing an der Seite ein langes, breites Schwert herunter. Kaum sah er die Schlafenden, schritt er auf sie zu, stach sie tot und raubte sie aus.