44. Nächtliche Schlittenfahrt

 

Das Dorf Wolferode hat wegen seiner eigentümlichen Lage das Besondere, dass, von welcher Seite man es auch ansieht, es immer einen ganz verschiedenen malerischen Anblick gewährt. Geht man auf dem Fußweg von Rauschenberg nach Hatzbach, der über die Burgholzer Höhe führt, in der Nähe der ehemaligen Forstgärten den Weg nach Wolferode links ab und verfolgt ihn so lange, bis man vom Berg herab das Dorf zuerst sieht, so ist sein Anblick zum Malen schön.

Der Kirchhof liegt entfernt von der Kirche hoch über dem Dorf. Einst fuhr neben ihm die Dorfjugend Schlitten. Es war schon spät am Abend. Auf einmal erhob sich über den Gräbern eine weiße Gestalt wie ein Toter und ging auf die Jungen und Mädchen zu. Alle liefen schreiend auseinander, nur ein größerer Junge blieb stehen. Er schlug auf die Gestalt mit der Peitsche ein und warf sein Messer, an dem sich eine Eisenklinge befand, über sie hin. Da fiel von der Erscheinung die Totengestalt ab, und vor dem Jungen stand eine alte hilflose Frau aus dem Dorf. Sie war von abschreckender Hässlichkeit und verstand sich auf Zauberkünste.