32. Riemenschneider als Werwolf

 

Riemenschneiders Seele war lange Zeit in den Keller der hiesigen Oberförsterei gebannt. Nachts war die sündige Seele vom Banne befreit und fuhr dann in einen Werwolf.

Dieser erschien nachts öfters in den Häusern des oberen Stadtteils, um die Leute zu ängstigen. Ein beherzter Mann, namens Koch, hatte schon viel von dem Spuk gehört und auf dessen Erscheinen gewartet. Vorsorglich legte er sich einen Sack unter< das Kopfkissen. Und richtig, eines Nachts erschien ein Werwolf und legte sich auf Kochs Bettdecke. Dieser nicht faul, sprang aus dem Bett, zog dem Werwolf den Sack über, band ihn rasch zu und trug das zappelnde Ungetüm vor die Haustür, wo er es totschlug.

Seitdem ist Riemenschneider erlöst, und in Oberförsters Keller spukt es nicht mehr.