28. Die Hexe zu Burgholz

 

In Burgholz lebte eine Hexe, die ein Zauberbuch besaß und hexen konnte.

Einst ging sie am frühen Morgen nach Kirchhain. Als sie in die Nähe der Hardtmühle kam, sah sie in den Wiesen im Diebstahl fünf Meter hohes Gras. Schnell eilte sie nach Burgholz zurück, murmelte Beschwörungen aus ihrem Zauberbuch und verwandelte sich in einen Hasen, packte einen Sack, nahm eine Sichel zwischen die Vorderpfoten und rannte zur Wiese zurück. Dort begann sie eifrig Gras zu schneiden und in den Sack zu stopfen. Leute, die in der Nähe auf der Wiese waren, bemerkten den sonderbaren Hasen, liefen herzu und schlugen mit Knüppeln auf ihn ein, bis er scheinbar tot niedersank. Dann gingen sie wieder zu ihrer Arbeit zurück. Nach einiger Zeit beobachteten sie, wie

sich an der Stelle, wo der tote Hase lag, eine Frau erhob. Sie hatte sich ein weißes Kopftuch umgebunden, unter dem man Blut hervorrieseln sah. Dann hockte sie den Sack auf den Rücken und verschwand in der Richtung nach Burgholz im Walde. Seitdem hat die Hexe nie wieder ihr Zauberbuch gebraucht, um zu hexen.