27. Die gläserne Kutsche

 

Bevor man hinter dem Hof Zettrichshausen in Richtung Sindersfeld in den Wald eintritt, liegen die Wiesen und Äcker, die zum größten Teil zum oben genannten Hof gehören. Dort hört man des Nachts zur Geisterstunde in den reifen Getreidefeldern die Sicheln rauschen, aber niemand ist zu sehen. Ein alter Mann aus Sindersfeld wurde an dieser Stelle einmal in der Nacht gebannt, daß er nicht mehr vor und zurück konnte. Erst in der Morgenfrühe fand er sich zurecht.

Auch der alte D. von Rauschenberg wußte allerhand von dieser unheimlichen Stelle zu erzählen. Er ging nie zu Fuß an diesem Ort vorbei, sondern er kam immer mit seinem Pferd geritten, um möglichst schnell fortzukommen.

Einmal wollte ein Rauschenberger zum Dreschen nach Sindersfeld. Es war kurz nach Mitternacht. Da sah er an dieser Stelle eine gläserne Kutsche, vor die sechs schwarze Pferde gespannt waren. In ihr saß ein Mann, der schwarz wie die Nacht gekleidet war. Die Kutsche fuhr auf den Mann zu und hielt in seiner Nähe. Der schwarze Mann stieg aus, und machte sich an den Rädern zu schaffen. Nach getaner Arbeit kletterte der Unheimliche wieder in den Wagen zurück. Als aber nun die Kutsche auf den Rauschenberger Zufuhr, bekam es dieser mit der Angst zu tun. Er flüchtete hinter einen Busch und betete das Vaterunser. Da fuhr die Kutsche in den nahen Wald hinein und war verschwunden.