26. Der unheimliche Hund

 

In der Geisterstunde kann es geschehen, daß man einem unheimlichen Hund begegnet. Er ist kohlschwarz und hat „Augen so groß wie ein Teller und einen Hintern wie ein Heller". Er muß jede Nacht den Weg von der Rauschenberger Schloßruine zur ehemaligen Hunburg und zurück machen. Viele wollen ihn gesehen haben und erzählen von dem Schrecken, den er ihnen durch das plötzliche und unheimliche Auftauchen eingejagt hat. Ob es sich dabei um den Geist eines verdammten Menschen handelte, wußte niemand zu berichten. Ein Hirte hat ihn einmal gesehen und blies vor Schrecken sein Horn. Aber da erhielt er einen Schlag, daß ihm Hören und Sehen verging.

Auf dem gleichen Weg ging auch ein Mann ohne Kopf um, und man tat gut, ihm nicht zu begegnen; denn manchmal war es schon geschehen, daß er einem nächtlichen Wanderer auf den Rücken sprang. Der mußte ihn dann bis in die Stadt tragen, und wem das geschah, der konnte froh sein, wenn er mit dem Schrecken davonkam.