25. Spuk auf dem Weg nach Wolferode

 

Auf dem ganzen Weg von Ernsthausen nach Wolferode ist es nicht ganz geheuer. Das erfuhren zu verschiedenen Zeiten drei Leute, die des Weges gingen.

Ein Mann bekam auf dem Weg von unsichtbarer Hand fortwährend rechts und links Schläge ins Gesicht, so daß ihm zuletzt die Mütze vom Kopf flog. Dazu rauschte das Laub in den Gräben, die neben dem Weg hergehen, so eigentümlich, daß es wie Geheul klang. Er sah sich schließlich genötigt umzukehren, damit nur die Mißhandlungen aufhörten.

Die andere Person war eine Frau. Ihr sprang vor Ernsthausen etwas wie ein mächtig großer Hund auf den Rücken. Er klammerte sich mit allen Vieren am Hals der Frau fest. Sie mußte das Untier bis zur Damm-Mühle tragen. Dort war es auf einmal verschwunden.

Der dritte Fall betraf auch eine Frau. Sie war in Marburg gewesen und als sie am dunklen Abend aus Ernsthausen, dem letzten Ort vor ihrer Heimat Wolferode, herausgetreten war, flog ein großer schwarzer Rabe vor ihr auf, der ihr noch schwärzer vorkam als die Nacht. Er flog ihr beständig in kurzer Entfernung vor dem Gesicht her. Sie spürte deutlich den Luftzug seines Flügelschlages und sah die Bewegungen der mächtigen Schwingen. So ging es zu ihrem Schrecken den ganzen Weg bis zur Damm- Mühle fort, wo das Tier auf einmal weg war. Bei dieser Mühle pflegten die nächtlichen Erscheinungen immer zu verschwinden.