20. Der Rauschenberger Hexenmeister

20. Der Rauschenberger Hexenmeister

In unserem Städtchen lebte einstmals ein Hexenmeister. Als er eines Tages keine Kaffeemilch hatte, holte er sein Zauberbuch und murmelte allerhand Zauberformeln. Da stand urplötzlich des Nachbars Kuh in des Zauberers Stube, der sich schnell ein Gefäß holte, die Kuh zu melken.

Da ertönten schwere Schritte auf der Treppe. Der Hexenmeister, in seinem Tun gestört, sprach schnell die Zauberformel rückwärts, und die Kuh verschwand augenblicklich. Der Nachbar trat in das Zimmer und fragte den Hexenmeister, ob er nicht seine Kuh gesehen habe, die eben aus seinem Stalle verschwunden sei. Dieser antwortete, die Kuh sei die Gasse hinunter gelaufen, er könne sie noch einholen. Sofort eilte der Nachbar hinterher, aber erst bei der Schmaleicher Mühle konnte er sie erreichen. Dort war sie von zwei Männern eingefangen und festgehalten worden.

Durch den angestrengten Lauf und die Aufregung erkrankte der Nachbar. Am anderen Morgen fand man ihn tot in seinem Bett liegen, weil ein Herzschlag ihm ein jähes Ende bereitet hatte.