14. Der Schatz an der Siechkirche

14. Der Schatz an der Siechkirche

Einem Bürger von Rauschenberg träumte zwei Nächte hintereinander, an einer Ecke der Siechkirche sei in der Erde ein großer Schatz vergraben. Am nächsten Morgen eilte er zur Siechkirche und begann zu graben. Endlich stieß er auf ein eisernes Kästchen, das verschlossen war. Er dachte bei sich: „Wo das Kästchen vergraben ist, muss auch ein Schlüssel zu finden sein“, und grub eifrig weiter. Nach weiterem Graben fand er auch den Schlüssel, steckt ihn freudig ins Schloß und schloß auf. Er war aber sehr enttäuscht, als er nichts als Zwetschensteine erblickte. Ärgerlich raffte er sie aus dem Kästchen heraus und schleuderte sie fort. Dann trug er dieses nach Hause und stellte es achtlos beiseite.

Nach einigen Tagen holte er das Kästchen wieder herbei und schloß es abermals auf. Da fand er zu seiner Verwunderung einige Goldstücke darin liegen. Einige Zwetschensteine waren damals bei dem Herausraffen der Steine am Boden des Kästchens hängen geblieben und hatten sich inzwischen in Goldstücke verwandelt. Nun begriff der Rauschenberger erst, dass er mit dem Fortwerfen der Steine sein Glück verscherzt hatte.