12. Der Stephansheller

 

Der „Stephansheller“ war eine Abgabe an den Staat von jährlich 30 1/10 Mött Weizen und 6 Taler.

Die Sage erzählt folgende Entstehungsgeschichte:

Ein Graf Johann von Ziegenhain habe, aus Freude über die glückliche Geburt seines Sohnes Stephan, der Stadt Rauschenberg einen beträchtlichen Zehnten der besten Felder geschenkt. Aus Dankbarkeit sah sich die Stadt verpflichtet, die genannte Abgabe, den Stephansheller, an die Ziegenhainer zu entrichten.

Ein Prinz Stephan - wie ihn die Sage angibt - läßt sich aber in der ganzen ziegenhainisch-reichenbachschen Geschichte nicht auffinden. Diese Angabe  kann eine kirchliche Lieferung gewesen sein, da Rauschenberg in vorreformatorischer Zeit in geistlicher Hinsicht unter dem Probst zu St. Stephan in Mainz stand. Später wurde diese „Steuer“ vom Staat eingezogen.

Es kann aber auch sein, dass die Stadtkirche zu Rauschenberg dem heiligen Stephan gewidmet war und die Abgabe zur Besoldung der Pfarrer an derselben bestimmt gewesen sein mag.