01. Zur historischen Entwicklung


Was wissen wir davon, wie die Straßen, Gassen, Viertel, Plätze und Winkel in der Rauschenberger Kernstadt, innerhalb der Stadtmauern, entstanden sind und sich entwickelt haben? Eine schwierige Frage! Und deswegen waren wir glücklich, als wir im Staatsarchiv in Marburg Karten von J. W. Scheffer, Landmesser zu Rauschenberg, aus dem Jahr 1740 gefunden haben. Eine erste Karte in „Schwarzweiß“ gab sehr schön die Struktur wieder, eine andere farbige Karte informierte darüber hinaus über für uns wichtige Einzelheiten. Auf diese auf der Rückseite der Schrift wiedergegebene Karte wird später noch eingegangen. In der „Strukturkarte“ (s. Abb. 1) sind in unserer Quelle einige weitere Bezeichnungen in heutiger Schreibweise eingeführt worden, die uns die Orientierung erleichtern. Der Grundriss ist uns Heutigen vertraut, da hat sich nichts geändert. Die vier zentralen Gassen, die die Stadt in „Viertel“ unterteilen, sind benannt: Schmaleicherthor Gasse, Albshäuser Thorgasse, Kraft Gasse und Markt Gasse.

Zur historischen Entwicklung

Wie alles begann

 

Doch wie kann man sich die Entwicklung bis zu diesem Zustand vorstellen? Vertraut man den vorliegenden Chroniken, – wir beziehen uns in den folgenden Abschnitten insbesondere auf die Chronik von Seibel und Trost (Seibel/Trost 1991) –, dann begann alles damit, dass um das Jahr 1000 der Graf Gosmar I von Ziegenhain – er war damals Schirmvogt des Klosters Fulda – eine Burganlage auf dem heutigen Schloßberg erbaute. Aber eine solche Anlage ist ohne Menschen, die sie erhalten und dort arbeiten, nicht lebensfähig. So siedelten sich unterhalb der Burg Burgmannen an, und es entstanden die sogenannten „Burgmannenhöfe“, die Handwerker und weitere Siedler anzogen. Dieses Besiedeln entwickelte sich, wie nicht anders zu erwarten, von der Burg hinunter ins Tal. Ein erster „Reit- und Fahrweg“ entstand. Rechts und links davon erbaute man Häuser und Scheunen, wobei die Scheunen wahrscheinlich nach alter Art Teil der Häuser selbst waren. Denkt man sich das Rathaus weg, so entspricht dieser Weg in etwa der heutigen Schloßstraße. Vermutlich dehnte sich dieser Siedlungskern durch den Bau neuer Häuser hinter den bestehenden aus. Damit entwickelten sich neue Wege, die später Kraftgasse und Pfaffengasse genannt wurden. Nachdem im Mai 1266 ein Brand innerhalb eines Tages zwei Drittel der Ansiedlung vernichtet hatte, änderte sich die rechtliche Stellung der Ansiedlung. Sie wurde am 25. Mai 1266 vom Grafen Gottfried von Ziegenhain zur „Stadt“ mit besonderen Rechten wie Markt-, Brau- und Münzrecht usw. erhoben. Eine Stadt musste sich schützen. Um 1300 wurde eine Stadtmauer errichtet, zu der zwei Tore gehörten: das „Schloßtor“ und ein Tor in der Höhe des jetzigen Rathauses. Dieser Schutz durch Stadtrechte und Stadtmauer dürfte neue Siedler angezogen haben. Mehr Häuser bedeuteten auch mehr Wege und Gassen. Die Stadt endete von der Burg aus gesehen an der heutigen Durchgangsstraße vom Wohratal nach Schwabendorf. Doch damit hörte die Entwicklung nicht auf. Um 1400 dehnte sich die Besiedlung talwärts in Richtung des Wohratals aus, wobei die neu Hinzugezogenen (Seibel und Trost erwähnen sie als „Pfahlbürger“1 (a.a.O., S. 26 f.) zunächst außerhalb der Befestigungsanlage siedelten. So soll außerhalb der Stadtmauer die Unterstadt mit „Marktgasse, „Borngasse“ und „Blaue Pfütze“ entstanden sein. Danach musste die Stadtmauer verändert werden, um auch diese Stadtteile zu schützen. Zwei weitere Stadttore wurden gebaut: Albshäuser- und Schmaleichertor. Das Rathaustor 1 Im Duden finden wir: „[mittelhochdeutsch pfalburgære] (im Mittelalter) jemand, der das Bürgerrecht einer Stadt hat, aber nicht innerhalb ihrer Mauern, sondern bei den das Außenwerk bildenden Pfählen wohnt.“ war überflüssig geworden, und man errichtete im Osten, in der „Unteren Marktgasse“, ein kleines Tor, „Neue Pforte“ oder „Neues Tor“ genannt. Um etwa 1500 war diese Entwicklung abgeschlossen. (Bis zu dieser Stelle haben wir uns auf die o.a. Chronik von Seibel/Trost verlassen.) Damit hatten die Straßen des Stadtkerns ihre heutige Struktur, die in Abb. 2 dargestellt ist. Dort finden wir die heutigen Straßennamen. Wann alle diese Straßen ihren Namen erhielten, wissen wir nicht. In der oben erwähnten zweiten Karte (s. Rückseite der Schrift) des Landmessers Scheffer jedoch sind die „Pfaffengasse“, die „Blaue Pitsche Gasse“ und die „Borngasse“ eingezeichnet. Die Gassen der „Stadt-Ellipse“ (s. Abb.1) waren somit schon 1740 namentlich weitgehend festgelegt. Aus heutiger Sicht fehlen Rosengasse, Milchgasse, Hinter der Mauer und Auf dem Römer. Über ein Jahrhundert später finden wir 1889 in der Chronik von Bromm alle heutigen „Namen“ mit Ausnahme der Straßen „Auf dem Römer“ und „Milchgasse“. Wie könnten Entwicklung und Namensgebung verlaufen sein? Die heutige Schloßstraße könnte „Die Obere Marktgasse“ geheißen haben. Das wäre logisch, da die heutige Marktstraße später „Die Untere Marktgasse“ genannt wurde und erst dann zur Marktstraße wurde. Wann die „Schmaleicher-Thor- Strasse“ und die „Albshäuser-Thor-Strasse“ (beide benannt nach den Toren, auf die sie hinführten) durch das Zwischenstück Auf dem Römer getrennt wurden, wissen wir ebenso wenig wie über die Herkunft des Namens. Kraftgasse und Pfaffengasse haben ihre Namen nicht geändert. Die Blaue Pfütze, auch als „Blaue Pitsche Gasse“ bezeichnet, hat ihren Namen wohl von einer Färberei. Die Borngasse war „Die-Born-Gasse“, da sie zu einem Born führte, und die Rosengasse war „Die Rosen- Gasse“. Neue Straßennamen ergaben sich erst aus späteren Erweiterungen über die Stadtmauern hinaus. Dazu gehören Hinter der Stadt, Auf der Neustadt usw. Manchmal veränderten auch politische oder andere besondere Ereignisse die Namen von Straßen. So wurde – sicher aus aktuellem Anlass - die heutige Schmaleichertorstrasse teilweise zur „Bahnhofstraße“. Wie lässt sich die Stadt mit ihren Straßen und Gassen beschreiben? Bei Bromm findet sich 1889 folgende Darstellung, die wir nicht besser schreiben könnten und deswegen zitieren: „Die gegenwärtige Stadt Rauschenberg ist äußerlich fast ganz in Kreisform gebaut, hat also die ehedem bei den Städten überhaupt angewandte runde Bauweise noch bewahrt. Die Stadt besteht zunächst aus vier Hauptstraßen, die in Form eines Kreuzes und ziemlich nach den Himmelsgegenden gerichtet vom Marktplatz auslaufen. Die nach Westen gehende heißt obere Marktstraße, an ihrem äußersten Ende liegt die

Wie alles begann

In dieser nicht maßstabsgetreuen Skizze sind die heutigen offiziellen Straßennamen eingetragen. Zusätzlich (blaue Schrift) sind noch einige heute gebräuchliche Namen von Gassen und Wegen aufgeführt. Auf diese und auf weitere Bezeichnungen wird später bei der Vorstellung der einzelnen Straßen näher eingegangen. Stadtkirche und weiter den Berg hinauf die Schloßruine. Die nach Norden gehende heißt ‚Albshäuserstraße’, die nach Osten gehende ‚untere Marktstraße’ und die nach Süden gehende ‚Schmaleicher Straße’. Die entsprechenden vier Enden der Stadt heißen: im Westen ’Schloßthor’, im Norden ‚Albshäuser Thor’, im Osten ‚Neues Thor’, im Süden ‚Schmaleicher Thor’. Der Kreisform der Stadt parallel laufen sodann die Hauptstraßen schneidend, in der Stadt wieder vier Nebenstraßen, zusammen einen Kreis bildend: zwischen West und Nord die ‚Pfaffengasse’, zwischen Nord und Ost die ‚Borngasse’, zwischen Ost und Süd die ‚blaue Pfütze’, zwischen Süd und West die ‚Kraftgasse’. Mit diesen Gassen hängen die Hauptstraßen wieder durch Verbindungsgäßchen zusammen: zwischen der obern Marktstraße und Pfaffengasse besteht, von Süd nach Nord gehend das Gäßchen ‚zwischen den Häusern’, zwischen Albshäuserstraße und Borngasse, von West nach Ost gehend ‚die Rosengasse’, zwischen Schmaleicherstraße und blauer Pfütze, ebenfalls von West nach Ost gehend ‚der Winkel’, zwischen obere Marktstraße und Kraftgasse, von Nordost nach Südwest gehend ‚der Grood’ (Gradus, Auftritt), dieser mündet aber nicht blos in die Kraftgasse, sondern geht durch sie hindurch bis vor die Stadt, es ist der Weg zum Kirchhofe. Der Pfaffengasse parallel läuft an der jetzt verschwundenen Stadtmauer her eine gepflasterte Straße ‚hinter der Mauer’ genannt. Die von Westen nach Osten gehenden Straßen sind durchgängig abschüssig, die von Norden nach Süden gehenden sind es weniger mit Ausnahme der Schmaleicherstraße, fast gleich ist nur die Albshäuserstraße. Der Marktplatz liegt an dem Zusammentreffen der vier Hauptstraßen¸ er besteht aus der Schmaleicher Straße, welche hier unter dem Rathhause herführt, einem aufgemauerten Platz östlich an dieser Straße, welcher mit Linden bepflanzt ist, und einem unter diesem herführenden Arme der Schmaleicher Straße, welcher vertiefter liegt als dieser Platz und in die untere Marktstraße einmündet. Der gemauerte Platz heißt der „Drilles“, er enthielt früher eine Anstalt, Verbrecher durch Umdrehen zu beschimpfen (drillen), wovon der Name kommt, ferner einen Pranger und daneben das städtische Brauhaus. Jetzt zeigt er blos einen steinernen Brunnenkumpf und wird wegen der Linden als Spaziergang und Spielplatz der Jugend benutzt.“ (Bromm 1889, S. 58 ff.) In welchem Zustand waren früher die Straßen? Für das 19. Jahrhundert wird man davon ausgehen können, dass Hauptwege und Straßen häufig ein Kopfsteinpflaster hatten. Das war zwar sehr haltbar, aber eher ungeeignet für heutige Fortbewegungsmittel. Pferdefuhrwerke und Kuhgespanne hatten es, außer bei Steigungen, nicht so sehr behindert. Andere Straßen oder Wege waren mit festgetretenem Sand bedeckt, was sicher angenehm von Mensch und Tier empfunden wurde, bei starkem Wind und Regen ganz sicher nicht. Staub oder Schlamm waren die Folge. So hat alles seine Vor- oder Nachteile. Nach dem 2. Weltkrieg, so berichtet Prüser (Prüser 1966, S. 304), hätten die Straßen „Auf der Bach“, „Auf der Neustadt“, die „Born"- und die „Rosengasse“ und „Auf dem langen Rasen“ (es handelt sich um die kleine Parallelstraße zur Bahnhofstraße) ebenso ein neues Pflaster erhalten wie die Ost- West-Achse mit „Schloßstraße“ und „Marktstraße.“ Die Durchgangsstraße von Nord nach Süd sei sogar asphaltiert worden, um den Straßenlärm für die Anwohner zu mildern. In fast gleicher Situation befand sich die Kernstadt vor kurzem. Im Zusammenhang mit einer neuen Kanalisation und einer neuen Wasserleitung wurden auch die Straßen „neu aufgebaut“. 2011 konnte man zusehen, was so ein Untergrund- oder -bau alles in sich birgt bzw. neu bekommt. Die Straßen erhielten neue, glatte Oberflächen – eine Straße mit Kopfsteinpflaster gibt es nicht mehr – und neue gepflasterte Bürgersteige, wobei Straßen und Gassen oft, weil sie schmal und eng sind, seitdem nur einen Bürgersteig auf einer Straßenseite haben. Aber in Rauschenberg gab es nicht nur Straßen und Gassen, in Rauschenberg gab es auch Viertel, die eine wichtige Rolle spielten. Davon wird im Folgenden die Rede sein. Stadt-Viertel Sieht man sich die Abb. 1 und 2 an, so wird deutlich, dass man die Stadt anhand der vier sich am Markt kreuzenden Hauptstraßen in etwa vier gleich große Viertel (s. Abb. 3) aufteilen kann. Die Stadtmauer bildet den Rahmen nach außen, und die beiden Hauptdurchgangsstraßen (heute Schloßstraße und Markstraße sowie Schmaleichertorstraße, Auf dem Römer und Albshäusertorstraße) grenzen die Viertel voneinander ab. Abb. 3 zeigt die Situation. Die Nummerierung der Viertel kann nicht der historischen Entwicklung entsprechen, denn dann hätten (s. oben die Beschreibung der Entwicklung) die Viertel I und II oben am Schloßberg liegen müssen und die Viertel III und IV darunter. Wie ist es zu diesen Vierteln gekommen, die in der Rauschenberger Geschichte keine unwichtige Rolle spielten? Der Chronist Prüser ist der Auffassung, dass die Viertel im Zusammenhang mit dem Einziehen von Steuern entstanden seien. Bei ihm lesen wir: „Einnahmen wurden aus städtischem Land- und Hausbesitz gezogen, aus Gärten, Wiesen, Scheuern, aus Fischteichen, oder es wurde Privatbesitz mit einer, wenn auch nur geringen Abgabe belastet. Da wurde als Haussteuer der Feuerschilling erhoben, in Rauschenberg nach vier Stadtvierteln aufgeteilt, und dabei wurden auch die Bewohner städtischer Häuser, wie der Stadtschreiber, nicht ausgenommen. Wachtgelder wurden ebenso nach den vier Quartieren ausgeschrieben, wie ähnlich der Geldgeschoß.“ (Prüser 1966, S. 49)

 

Die Viertel

 

Im Zusammenhang mit einer „Stadt- und Cämmereyrechnung“ aus dem Jahr 1745 erwähnt Prüser die Viertel zum zweiten Mal: „Eine weitere große Einnahmengruppe wird vom Feuerschilling dargestellt, einer Haussteuer, die ursprünglich aus der Hilfe bei Bränden erwachsen sein wird. Die Stadt war zur Hebung dieser Steuer in annähernd gleichgroße vier Viertel – hier wird also der Name in ursprünglicher Bedeutung gebraucht – eingeteilt, die zwar auch nur 40 Reichstaler 13 Albus und 4 Heller von 200 Teilnehmern erbrachten.“ (a.a.O., S. 233 f.) Die von ihm im gleichen Zusammenhang erwähnten „Wachtgelder“, zu denen auch die „sonst von Abgaben befreiten Geistlichen“ beitragen mussten, sowie der „Geldgeschoß wurden also alle nach Vierteln erhoben. Aber für Steuern und Abgaben benötigte man nicht nur Viertel, sondern auch die einzelnen Häuser, die zu diesem Viertel gehörten. Deswegen erhielten die Häuser Hausnummern, aber nicht – wie heute üblich – straßenweise, sondern viertelweise. Dabei gehörten die die Viertel begrenzenden Randstraßen immer zu zwei Vierteln. Die Grenze eines Viertels war die Straßenmitte, wobei immer vom Marktplatz ausgegangenen wurde. Welche Hausnummern gab es? Im Viertel I die Nummern von 1 bis 54, im Viertel II die Nummern 55 bis 114, im Viertel III die Nummern 120 bis 174 und schließlich im Viertel IV die Nummern 175 bis 232. (Die hier fehlenden Nummern von 115 bis 119 gehörten zur Straße „Hinter der Stadt“.) Gehörte eine Straße zu zwei Vierteln, dann erhielten die beiden Straßenseiten ihre Hausnummern aus ihrem Viertel. Ein Beispiel: Vom Markt aus gesehen gehörte die rechte Seite der Markstraße zum Viertel I mit den alten Hausnummern 1 bis 14; die linke Seite jedoch gehörte zum Viertel IV und erhielt die Hausnummern 179 bis 192. Diese Informationen über den Zusammenhang zwischen Vierteln und „alten“ Hausnummern verdanken wir einer Kirchenchronik vom Ende des 19. Jahrhunderts. (Vgl. Kirchenchronik.) Karl Siebert, der von 1890 bis 1906 Pfarrer der „Reformierten Gemeinde“ war, trug die Nummern der Häuser und die Namen der Bewohner in einen Stadtplan wie den von 1740 ein. Die vor Jahrhunderten gebildeten Viertel haben ihre Bedeutung bis in die jüngere Vergangenheit nicht verloren. Von dem Zeitzeugen Heinrich (Henner) Wissemann haben wir erfahren, dass in den Anfängen der 1930er Jahre die Jungen viertelweise gegeneinander Fußball spielten und so etwas wie Geländespiele austrugen. Mit dem Einzug der HJ (Hitlerjugend) habe dieses dann aufgehört. Und die Zeitzeugin Elisabeth Brock informierte uns: Während des 2. Weltkrieges fanden Sammlungen in je einem Viertel statt, z.B. für die Winterhilfe, NSDAP und Beiträge für die Arbeitsfront, die einmal im Monat abzuliefern waren. Vermuten können wir, dass auch im 1. Weltkrieg Sammlungen mit den gleichen Absichten in den Vierteln durchgeführt wurden. Zeitzeugen dafür haben wir leider nicht mehr gefunden. Die durchgehende Nummerierung der Häuser bestand bis 1954/55. Erst dann wurde, wie allgemein üblich, verfahren: Vom Beginn der Straße an erfolgt die Nummerierung mit „1“; die rechten Seiten erhalten gerade Hausnummern, die linken ungerade. Zum Abschluss der Viertel noch eine technische Anmerkung: Oben wurde ausgeführt, dass von den die Viertel begrenzenden Straßen die eine Straßenseite zu einem Viertel, die gegenüberliegende jedoch zu dem Nachbarviertel gehörte. Wenn wir im Folgenden die Straßen nach Vierteln beschreiben, macht es jedoch wenig Sinn, „rechte“ und „linke“ Straßenseite zu trennen. Aus diesem Grund tauchen diese „Grenzstraßen“ immer nur bei einem Viertel auf: die Markstraße bei Viertel I, die Schmaleichertorstraße bei Viertel II, die Schloßstraße bei Viertel III und Auf dem Römer bei Viertel IV.

 

Ein Blick in die Gegenwart

 

Die Rauschenberger Geschichtswerkstatt hat sich in dieser Schrift nur mit einem kleinen Teil der Stadt Rauschenberg beschäftigt. Wie „klein“ sich „unser Gebiet“ im heutigen Rauschenberg darstellt, zeigt Abb. 4. Es sind etliche Neubauviertel und viele Straßen dazugekommen: Die Stadt hat sich – weit über ihre ehemaligen Mauern hinaus – vergrößert. Eine Entwicklung, die darzustellen ebenfalls interessant wäre.

 

Ein Blick in die Gegenwart