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Grußwort des Bürgermeisters

Bürgermeister Michael Emmerich

 

Liebe Internetnutzer, ich heiße Sie herzlich Willkommen auf den Seiten der Stadt Rauschenberg, der Familienstadt mit Herz. Weiter

Auf dem Weg durch den Leerstand

 

Der Arbeitskreis „Aktiv gegen Leerstand“ lud die  Landtagsabgeordnete Handan Özgüven auf einen Stadtrundgang durch Rauschenberg ein. Auch Bürgermeister Michael Emmerich, Erster Stadtrat Manfred Günther und Kreistagsabgeordnete Brigitte Klingelhöfer nahmen die Gelegenheit wahr und begleiteten die Initiatoren durch das malerische Rauschenberg.

Vielen Häusern sieht man es von außen nicht an, dass sie schon seit langem ohne Leben sind, bei anderen staunt man, dass dort noch Menschen leben. Die historische Altstadt von Rauschenberg ist, wie so viele andere Städte und Gemeinden des Landkreises auch, vom schleichenden Gift „Leerstand“ bedroht. Dieses wachsende Problem lässt sich oft im Erscheinungsbild der Straßen nicht mehr kaschieren. Die Renovierung und Sanierung dieser Häuser zum baulichen Erhalt und zur Anpassung an aktuelle Wohnbedürfnisse ist für die Eigentümer alleine finanziell nicht möglich. Der Umgang mit dieser Situation ist die große Herausforderung für Bürger und Stadtverwaltung in den kommenden Jahren.

Vor allem die mittelalterliche Kernstadt, ein einmaliges städtebauliches Fachwerkambiente mit Rathaus und Kirche unter dem Schloßberg, leidet zunehmend. Es gibt aktuell mehr als zwei Dutzend leerstehende Fachwerkhäuser und mehr als ein Dutzend weitere davon bedrohte Gebäude. Viele Häuser sind sanierungsbedürftig und könnten aufgrund ihrer räumlichen Nähe eine strukturelle Gefahr für den gesamten Ortskern werden.

Neben alten Bekannten, wie dem demographischen Wandel und der Abwanderung in die größeren Städte, wäre es ein Einfaches, das Kernproblem nur auf die fehlende Rentabilität zu reduzieren. Die Aufgabenstellungen liegen hier wesentlich vielschichtiger. Instandsetzungen in einem sperrigen denkmalgeschützten Umfeld sind kompliziert und teuer. Kaum ein Hausbesitzer kann hier eine ökologisch / ökonomisch sinnvolle Renovierung alleine stemmen.

Planerische und wirtschaftliche Sicherheit ist nur zu erreichen, darin stimmten die Teilnehmer an dem Spaziergang durch die Rauschenberger Altstadt überein, wenn öffentliche Einrichtungen gemeinsam mit den Hausbesitzern frische Nutzungskonzepte entwickeln. Fördergelder müssen freigestellt und allzu enge Vorschriften der Denkmalpflege überdacht werden. Auch das Schaffen von Grünflächen durch Rückbau von Anbauten in einem städtebaulichen Gesamtkonzept darf hierbei nicht unberücksichtigt bleiben. Erste Chancen sieht der AK „Aktiv gegen Leerstand“ in dem Koalitionsvertrag des Landkreises von 2014 und in der Hoffnung, die „Agentur zur Vermittlung leerstehender Häuser im Landkreis“, die zwischenzeitlich auch umfassender als „Zukunftsagentur“ diskutiert wird, hier in Rauschenberg zu integrieren.

Propfe Haus in der Kraftgasse

Rückseitige Ansicht des sog. Propfe-Hauses in der Kraftgasse

 

Der Rauschenberger AK "Aktiv gegen Leerstand" engagiert sich seit einigen Jahren und setzt sich für den Erhalt kulturhistorischer Gebäude ein. Hierbei spielt die Zusammenarbeit mit dem Landesprogramm KIRAS eine wichtige Rolle. In dessen Rahmen werden neue Nutzungskonzepte für vom Verfall bedrohte oder bereits unbewohnte Häuser entwickelt. Insbesondere die Stadtverwaltung Rauschenberg unterstützt die Anstrengungen des Arbeitskreises mit Rat und Tat. Bürger der Stadt haben bereits mehrere Erhaltungsprojekte erfolgreich umgesetzt, einige davon wurden sogar mit dem Denkmalschutzpreis des Landkreises ausgezeichnet.

In Rauschenberg kennen wir die speziellen Problemzonen des demographischen Wandels mit seinen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Folgen aus eigener Not bereits gut und agieren hier kompetent. Wir haben reichhaltige Erfahrungen in der Kommunikation mit Ämtern und Behörden. Architekten, Handwerksbetriebe sowie fach- und sachkundige Personen arbeiten Hand in Hand, um tragfähige und zielführende Lösungsansätze zu formulieren.

Im Brennpunkt der Kernstadt, mit zunehmenden baulichen Mängeln, entstand der feste Wille, diesen Zustand zu ändern: Erhaltung der historischen Fachwerk-Infrastruktur als wichtigen Standortfaktor, aber keinen musealen Denkmalschutz, sondern: Baudenkmale als inspirierenden Lebensraum zu begreifen.

Rauschenberger Bürger möchten ein Zeichen setzen und dazu beitragen, die immer länger werdende Verfallskette im ländlichen Raum aufzuhalten.

Die gesamte Stadt Rauschenberg ist heute schon Vorreiter bei den Themen Nahwärme und Bioenergie und ist gerade auf dem Sprung in die Elektromobilität auf dem Lande. Als lebenswerte und nachhaltige Zukunftsstadt ist Rauschenberg damit führend im Landkreis und richtungweisend in Hessen.

Am Ende des Stadtrundgangs sicherte Frau Özgüven den Teilnehmern zu, sich im Hessischen Landtag für die Rauschenberger Belange einzusetzen. Nach der parlamentarischen Sommerpause hoffen wir auf eine Antwort aus Wiesbaden.

AK „Aktiv gegen den Leerstand“, Ulli Stein